#28: Die Sache mit der Emetophobie – deine beliebteste Folge!

Shownotes

Emetophobie – nie gehört? Die allererste Folge dieses Podcasts hat diese weitgehend unbekannte Angsterkrankung zum Thema gemacht. Da diese nach wie vor die meist gehörte Folge von „Leben ohne Angst“ ist, wiederhole ich sie gerne zum Jahreswechsel.

Alle Gute für das neue Jahr 2026!Deine Martina

Aber nun von vorne: Emetophobie – gemeint ist die Angst vor dem Erbrechen: kurz Kotzangst.

Davon Betroffene haben panische Angst davor, sich übergeben zu müssen. Diese schwere Angst oder Panik kann auch auftauchen, wenn es anderen Personen schlecht wird, bei entsprechenden Szenen im Spielfilm, wenn jemand im Fernsehen darüber spricht, ein merkwürdiger Fleck auf der Straße entdeckt wird oder auch nur die Rede von „Magen-Darm“ und grassierenden Viren ist. Die dann damit verbundene Panik bis hin zur Todesangst führt zu Vermeidungsverhalten im Alltag, darunter auch Vermeidung von Lebensmitteln und damit verbundenem oft massivem Gewichtsverlust. Vermehrt leiden auch hochsensible Menschen unter dieser Phobie. Erkrankte checken Lebensmittel auf Unverträglichkeiten, Mindesthaltbarkeit und leiden unter umfassenden Symptomen – vom Kloß im Hals über Herzrasen bis zu andauernder Übelkeit.

Viele Betroffene erinnern sich an Schlüsselerlebnisse in der frühen Kindheit mit weitreichenden Folgen, die schlimmstenfalls das ganze weitere Leben beeinflussen können.

Das weiß Angst-Coach und Heilpraktikerin für Psychotherapie Martina Effmert aus ihrer langjährigen Praxis-Erfahrung. In Episode 1 erklärt sie, welche Rolle dabei auch das vegetative Nervensystem spielt und wie man diesen Kreislauf unterbrechen und den möglichen Triggern ihre Kraft nehmen kann. Für ein Leben mit weniger Angst. Wir sprechen auch über Hochsensibilität, Anorexie, Magersucht, Schulangst, Schulphobie.

Bonus-Track: Atemübung

Das Buch zum Thema ist im Humboldt Verlag erschienen: "Angst vor Übelkeit und Erbrechen" https://www.humboldt.de/product/9783842642447/angst-vor-uebelkeit-und-erbrechen

Weitere Infos zum Thema auf der Webseite von Martina Effmert, hier geht es auch zur Praxis: https://effmert-coaching.de/  Fragen, Anregungen, Wünsche: me@effmert-coaching.de

Der Podcast ist eine Produktion von www.studiovenezia.de

Transkript anzeigen

00:00:00: Willkommen bei Leben ohne Angst.

00:00:01: Ich bin Martina Ephmer.

00:00:02: Ich führe eine Praxis für Psychotherapie und Hypnose in Düsseldorf.

00:00:06: Ich bin Heilpraktikerin, Coach, Autorin und ich freue mich, dass du hier bist.

00:00:12: Willkommen zu einer kleinen, besonderen Bonusfolge zum Jahreswechsel.

00:00:18: Ich möchte heute eine Episode mit dir teilen, die seit Beginn meines Podcasts zu der am meisten und häufigsten gehörten Folgen gehört und die bis heute unglaublich vielen Menschen erreicht hat und auch berührt hat.

00:00:33: Das ist die Folge, die Sache mit der Emetophobie.

00:00:36: Vielleicht hast du sie heute zum ersten Mal, vielleicht kennst du sie schon und möchtest sie dir einfach noch einmal anhören.

00:00:43: Und vielleicht kennst du jemanden, der genau diese Information gerade braucht, eine Freundin, ein Familienmitglied, ein Kollege oder jemand aus der Schule deines Kindes.

00:00:53: Dann leite diese Folge sehr gerne weiter.

00:00:57: Gerade um den Jahreswechsel, wenn viele Menschen sich mehr Klarheit und weniger Angst wünschen, da kann das ein sehr, sehr wertvolles Geschenk sein.

00:01:06: Ich weiß halt aus hunderten, wahrscheinlich noch viel mehr Gesprächen aus meiner Praxis und aus meinem Online-Kurs, wie einsam sich Immetophobie anfühlen kann und wie sehr Betroffene das Gefühl haben, anders zu sein und nicht verstanden zu werden.

00:01:22: Und genau deshalb ist diese Folge so wichtig.

00:01:25: Sie erklärt mit einfachen Worten, was hinter dieser Angst steckt, warum sie so hartnäckig sein kann und vor allem, dass sie behandelbar ist.

00:01:35: Und diese Veränderung auch möglich ist und dass niemand wirklich niemand mit dieser Angst allein bleiben muss.

00:01:42: Also lass uns noch einmal gemeinsam zurückgehen an den Anfang dieses Podcasts zu einer Folge, die für viele Menschen ein Türöffner war.

00:01:50: Eine Folge, die auf der erste Schritt auf einem Weg war, der später Mut, Entlastung und echte Veränderung gebracht hat.

00:01:59: Also hier kommt sie für dich und für alle, denen du diese Folge vielleicht weiterleitest, noch einmal.

00:02:05: Die Sache mit der Emetophobie.

00:02:08: Vielen Dank fürs Zuhören.

00:02:09: Bleib dran, deine

00:02:19: Martina.

00:02:24: Ja, schön, dass ihr hier seid.

00:02:26: Es geht um das Thema, und ihr glaubt es vielleicht nicht, eine Besonderungserkrankung, eine Erkrankung, die auch noch gar nicht so bekannt ist und deshalb bekommt sie heute unsere ganze Aufmerksamkeit.

00:02:38: Und es geht um die Emitophobie.

00:02:42: Emitophobie, ihr habt richtig gehört.

00:02:45: Hörf ich, wenn ich das in der Praxis sage, dann sagen die Patienten, Emi, was?

00:02:50: Emi?

00:02:51: Emitofug, was soll ich haben?

00:02:54: Ja, Emetophobie.

00:02:56: Ganz kurz, woher kommt es, dann kann man sich meistens das Wort auch viel besser merken.

00:02:59: Das kommt von Emetos.

00:03:01: Und Emetos ist altgriechisch und das heißt Erbrechen.

00:03:05: Und der zweite Teil des Wortes ist Fobos und das ist die Furcht.

00:03:09: Also Emetophobie, das ist sozusagen die Erkrankung oder die Angst vor dem Erbrechen oder auch Kotzangst genannt.

00:03:18: Ja, das glaube ich jetzt gar nicht sagen ganz viele, wenn ich darüber mal spreche, weil die sagen, das soll eine Angsterkrankung sein.

00:03:24: Oh ja.

00:03:25: Und zwar eine relativ und wirklich sehr schwerwiegende und in viele, viele Bereiche eingreifende Angsterkrankungen.

00:03:33: Und darüber, ja, möchte ich heute sprechen, wie man sie erkennt, wie ihr erkennen könnt, ob du oder dein Kind daran erkrankt ist und was man vielleicht dagegen tun kann, wo das alles herkommt.

00:03:46: Ja.

00:03:46: Das soll mal so der Ausblick sein auf die nächsten Minuten, auf unsere Zeit in diesem Podcast.

00:03:55: Also die Angst, die Emetophobie ist erstmal die Angst und Panik davor, sich selber zu übergeben, und zwar alleine oder auch im Beisand von jemand anderem.

00:04:07: Es ist aber auch die Angst und die Panik davor, mit ansehen zu müssen, wie andere Menschen oder auch Tiere wie ein Haustier, ein Hund oder eine Katze sich übergeben müssen.

00:04:18: Dazu kommt die Angst oder die Panik vor jeglicher Konfrontation.

00:04:22: Also Menschen, die an Emitophobie erkrankt sind, die meiden das im Fernsehen.

00:04:27: Und es gibt ja heute fast keinen Tatort mehr, wo man nicht eine solche Szene sehen muss.

00:04:34: Und das sind die Minuten, die Sekunden, wo der Emitophobiker halt umschaltet.

00:04:40: Also in Medien, im Fernsehen, in Erster Linie, natürlich in TikTok, in Gesprächen.

00:04:47: Aber auch in der Konfrontation mit den eigenen Gedanken.

00:04:51: In Gesprächen, wenn zum Beispiel eine Mutter im Kindergarten sagt, bei uns ist Magendam ausgebrochen.

00:04:57: Absoluter Träger.

00:04:59: Ja, und da kommen wir schon dazu, nämlich die Angst davor, sich mit einem Magendam-Virus anzustecken.

00:05:05: Das ist Pest und Cholera zusammen.

00:05:07: Also eigentlich diese vier Punkte, wenn du oder jemand, den du kennst, davor Angst hat, und zwar nicht eine normale Angst, wie wir das vielleicht alle haben, wo wir sagen, hm, finde ich auch ekelig.

00:05:19: Das ist übrigens das, was ein Emitophobiker am allerwenigsten hören mag.

00:05:22: Die meisten mögen ja nicht sich übergeben.

00:05:25: Aber der Emitophobiker, der hat keine normale Angst, sondern er hat eine Todesangst in dem Moment.

00:05:32: Eine wirkliche Panik zu sterben, manche sagen sogar, also bevor ich nochmal ein Norovirus bekomme, möchte ich lieber sterben.

00:05:41: Und das ist ganz, ganz ernst gemeint.

00:05:48: Das Gemeine an dieser Erkrankung ist, dass sie ganz häufig so ganz unspektakulär anfängt.

00:05:55: Häufig mit Übelkeit, mir ist schlecht, ist dann so ein Satz, den die Betroffenen... vielleicht selber schon tausendmal gesagt haben, bis sie vielleicht irgendwann erkennen, da ist doch was Fobisches vielleicht dahinter, ne?

00:06:08: So eine stetige Übelkeit, die kannst du so einem ungeliebten Dauerbegleiter werden.

00:06:14: Dieser schleichende Verlauf, das man dann morgens schon beim Aufwachen kontrolliert, ist alles in Ordnung oder ist mir aus irgendwelchen unerklärlichen Gründen schlecht.

00:06:25: Bei Kinder klagen die Mütter häufig bei den Kinderärzten, das die Kinder auf die Bauchschmerzen klagen, egal was sie kochen, mögen sie das nicht essen, sie vertragen es nicht oder es ist den Kindern einfach nur schlecht.

00:06:40: Diese Patienten haben dann häufig eine ganz lange Reihe von Untersuchungen, also schulmedizinisch.

00:06:48: geht es von einem Arzt zum nächsten, vom Kinderarzt, zur Magendamenspiegelung, zum Ultraschall.

00:06:55: Da wird die Schildtrüse überprüft, was auch alles ganz richtig ist.

00:06:58: Man muss das schulmedizinische erst mal abklären.

00:07:01: Ob es irgendeinen Grund gibt, warum derjenige ein solch starkes Krankheitsbild, also euch starke Symptome hat.

00:07:10: Und das kann natürlich sehr frustrierend sein, weil der Arzt einfach keine körperliche Ursache finden kann.

00:07:18: Ganz häufig und auch recht gemeint, finde ich, ist es, dass Emitophobiker als Simulanten eingestuft werden.

00:07:26: Das heißt, es ist doch gar nicht so schlimm, mir ist auch schon mal schlecht, also so schlimm ist das nicht.

00:07:31: Was sind die Symptome von der Kranken?

00:07:34: Ich teile die mal ganz gerne in so Symptome im Körper.

00:07:37: Welche Gedanken haben Sie?

00:07:39: Was sind die Angstsymptome bei den Gefühlen und vielleicht welches Verhalten kann ich bemerken?

00:07:45: Also Körpersymptome sind ganz klar, Herzrasen, Schwitzen, Beklemmungsgefühle, häufig Zittern, Übelkeit sowieso, da haben wir schon jetzt mehrfach darüber gesprochen, Magenschmerzen.

00:07:55: Der Klos im Hals ist auch ganz, ganz häufig.

00:08:00: Aber natürlich auch noch weiterer, Schlaflosigkeit, Unruhe, Ohrgeräusche.

00:08:05: Was denken so Emetophobiker?

00:08:07: Was sind die Gedanken?

00:08:08: Was sind so symptomatische Gedanken, die denken häufig?

00:08:11: Hoffentlich muss ich mich nicht gleich übergeben.

00:08:15: Oder ich muss hier weg.

00:08:17: Oder ich werde sterben.

00:08:18: Ich drehe durch.

00:08:20: Ich halte das nicht mehr aus.

00:08:22: Ich verliere die Kontrolle.

00:08:23: Oder es hört nie wieder auf.

00:08:25: Oder niemand kann mir helfen.

00:08:28: Das sind so.

00:08:28: die Gedanken und die Gefühle sind klar ängstlich, panisch, allein, unsicher, traurig, aber auch wütend und verzweifelt.

00:08:39: Wie verhalten sich dann Menschen, die an einer solchen Angsterkrankung erkrankt sind?

00:08:43: Ganz häufig halt mit Vermeidung oder Flucht aus der Situation, Ablenkung, natürlich auch mit Medikamenten.

00:08:50: Also in meiner Praxis frage ich häufig, welche Dinge haben Sie meistens bei sich, die E-Metophobiker haben eigentlich immer eine Flasche Wasser dabei, immer, immer, immer irgendwas zum Lutschen für Vermindensbombons, häufig aber auch Tabletten gegen Übelkarten.

00:09:10: Ja, bei Kindern ist häufig ein regressives Verhalten zu beobachten und auch das Verhalten sich immer wieder zu vergewissern, ob doch alles in Ordnung ist.

00:09:22: Außerdem reißen sie häufig das Fenster auf und manchmal kann man oder auch öfter kann man ein ständiges Reusband erkennen, das Reusband gegen diesen Kloß im Hals.

00:09:33: Genau, dann kommen wir schon zu dem, wen es nämlich betrifft.

00:09:36: Das haben wir eben schon gehört, es kann sowohl Kinder als auch Erwachsene betreffen.

00:09:41: Also beide können davon betroffen sein und ganz, ganz häufig, wenn ich Frage seit wann haben sie das denn, dann haben die Patienten das tatsächlich seit ihrer Kindheit.

00:09:57: Aber nie drüber gesprochen, oder häufig haben sie es gesagt vielleicht, sie haben sie in der Schule gesagt, ich kann nicht zur Schule gehen, weil mir ist schlecht.

00:10:07: Und wo es dann irgendwann, wenn sie sich dann getraut haben, auch gesagt haben, ich möchte nicht zur Schule gehen, weil ich habe Angst, dort mich zu übergeben.

00:10:15: Das ist der Grund.

00:10:16: Wie fühlt sich der Emetophobiker?

00:10:18: Der Emetophobiker berichtet häufig davon, dass er, ja, wenn er morgens aufwacht, schon checkt, ob alles in Ordnung ist.

00:10:26: Der, ja ... schon überlegt, gibt es heute irgendwie etwas Besonderes?

00:10:32: Habe ich eine besondere?

00:10:33: Gibt es eine besondere Situation?

00:10:35: Muss ich möglicherweise mit dem Bus fahren?

00:10:38: Es wird sozusagen alles als sehr, sehr gefährlich eingestuft, wo die Möglichkeit bestehen könnte, dass einem schlecht werden kann, wie im Bus oder in der Schule oder dass man sich übergeben könnte oder dass man jemanden sieht, der sich übergeben kann.

00:10:53: Also all diese Dinge werden schon praktisch im Vorfeld am Tag überlegt und ja, sind dann schon mit Angst besetzt.

00:11:04: Was bei der Emitophobie auch ein wichtiges Thema ist, ist zu schauen.

00:11:08: Viele Menschen, die daran erkranken, sind auch gleichzeitig, haben gleichzeitig eine gewisse Hochsensibilität.

00:11:15: Sind sehr hochsensible Menschen, die sich ja dadurch auszeichnen, dass sie ein verstärktes Empfinden haben.

00:11:22: Also Hochsensibilität kann sein.

00:11:25: kann etwas zu tun haben mit der Wahrnehmung von außen, also von Farben, von Helligkeit, kann aber auch sein, dass sie sehr empfindlich sind auf den Ohren, aber natürlich auch, es gibt eine Hochsensibilität mit einem verstärkten Empfinden für den eigenen Körper.

00:11:42: Das bedeutet, dass kleinste Darmgeräusche schon in den Ohren trönen oder auch ein erhöhtes Schmerzempfinden da ist, also dass sozusagen Luft im Bauch zu ganz unerträglichen Beschwerden führen kann.

00:11:55: Also Luft im Bauch, die wir alle mal haben und dann pupsen wir halt, ja.

00:11:59: Aber wenn ich an Emitophobie erkrankt bin, dann habe ich vielleicht ein wirklich sehr starkes Schmerzempfinden.

00:12:05: Und diese starke Schmerzempfinden sorgt halt dafür, dass der Hochsensible halt in die Angst hineingeht.

00:12:13: Dabei ist Hochsensibilität an sich ja keine Erkrankung und in dem Sinne auch nicht zu behandeln.

00:12:18: Der Hochsensible muss halt so lernen, mit dieser Erkrankung umzugehen und auch mit der Erkrankung der Emitophobie.

00:12:25: Aber diese Verbindung zwischen Hochsensibilität und Emitophobie ist halt zumindest in meiner Praxis sehr, sehr eindeutig zu sehen.

00:12:34: Ja, die Frage ist halt, wie entsteht denn eigentlich eine Emitophobie oder wo kommt die denn jetzt her verdammt nochmal?

00:12:40: Das eine ist natürlich klar durch eine möglicherweise eine Übelkeit, die da ständig ist, so schleichend kommt sie da hinein und dann beginnt jemand zu katastrophisieren.

00:12:51: Aber in meiner Praxis, meine Erfahrung ist, dass ganz, ganz, ganz viele Emitophobiker dieses Krankheitsgefühl und diese Angst halt schon haben, seitdem sie ganz klein sind.

00:13:03: Und dann schaue ich immer sehr gerne danach, gibt es möglicherweise ein traumatisches Erlebnis in der Kindheit.

00:13:11: Und alleine die Frage an den Erkrankten, kannst du dich vielleicht an ein Schlüsselerlebnis erinnern?

00:13:18: Ist bei Menschen, die an einer Emitophobie erkrankt sind, nach meiner Erfahrung sehr, sehr hoch.

00:13:23: Und dann liegt dort halt auch der Schlüssel in der Behandlung nachher.

00:13:28: Also ganz häufig eine Erfahrung in der Kita, dass sich ein Kind selber übergeben hat, zum Beispiel in der Kita oder jemand anderes, ein anderes Kind, Kindergarten, Grundschule.

00:13:39: Und das ist einfach schlecht abgespeichert und dieses schlechte Abspeichern, dieses Erlebnis ist wie ein traumatisches Erlebnis, was sozusagen im Hintergrund läuft.

00:13:49: Dazu kommt dann sozusagen die Konditionierung, dass das Kind denkt, okay, das ist in der Schule passiert, ich habe da dort und dort gesessen oder das ist im Unterricht passiert, im Matheunterricht und dann wird das so verknüpft, nämlich.

00:14:03: ja, konditioniert mit Mathe oder mit dem Schultisch oder mit dem Nachbarskind.

00:14:08: Und Angst hat ja grundsätzlich die Tendenz, das wisst ihr, sich auszubreiten und so breitet sich diese Angst dann auf andere Lebensbereiche aus.

00:14:17: Aber es ist ganz wichtig zu verstehen, wenn du so ein Erlebnis hast oder einen Magen-Darm-Virus, eine Neu-Virus-Erkrankung, dann kann das sein, dass dieses schlechte, traumatische Erlebnis sich so abgespeichert hat, dass ich dich, dass ich das praktisch durch dein ganzes Leben zieht und dich begleitet.

00:14:35: Vielleicht bist du durch die Kindheit und die Kindergarten und Jugendzeit sogar ganz gut gekommen, dass das irgendwie verdrängt und war vielleicht auch nicht so schlimm.

00:14:46: Und möglicherweise ist zu einem späteren Zeitpunkt wo eine Belastungssituation war, möglicherweise eine Prüfungssituation oder einen Schulwechsel kann das auch sein.

00:14:57: Also irgendeine Belastungssituation.

00:15:00: Und auf einmal kommt diese Panikattacke oder die Angst wie aus dem Nichts heraus.

00:15:06: Aber die Ursache liegt tatsächlich in dem traumatischen Erlebnis, in dem Schlüsselerlebnis.

00:15:14: Das andere ist halt, dann kommt die Konditionierung.

00:15:17: Also viele Trigger, die verbunden werden, wie, ich sag mal, der Fleck auf der Straße.

00:15:22: Man sieht einen im Rheinland und da komme ich ja her, einen Flecken, einen Kotze auf der Straße und zack, ist man in der Angst drin.

00:15:32: Man sieht einen Eimer, weil die Mutter einem vielleicht damals immer einen roten Eimer gegeben hat oder, oder, oder.

00:15:38: Es gibt ganz viele Trigger.

00:15:40: Und leider Gottes bei vielen Müttern sind die Trigger die Kinder.

00:15:45: Das ist ein Drama.

00:15:46: Wenn ich mir vorstelle, ich habe viele junge Mütter in der Praxis, wo das Kind dann so zwei, drei ist und in die Kita geht.

00:15:53: Und das Kita-Schild, das da hängt mit Magen-Darm-Virus, das ist ein unglaublicher Trigger.

00:16:00: Und so, dass die Mutter fast nicht das Kind so Kita bringen kann.

00:16:03: Erst recht nicht, wenn das Schild dort hängt.

00:16:06: Also die Trigger, die kann man sich auch anschauen und die kann man entmachten und entkraften und bearbeiten natürlich.

00:16:15: Ja und dann kommt als nächstes diese Zukunftsgedanken.

00:16:18: Also diese Gedanken, die ich nenne immer was wäre, wenn Gedanken dieses Katastrophisieren.

00:16:23: Was ist denn ich mich da jetzt doch angesteckt habe?

00:16:26: Was ist, wenn das Lebensmittel nicht in Ordnung ist?

00:16:29: Was, wenn ich nicht geprüft habe, war die Milch jetzt noch haltbar oder nicht?

00:16:32: Doch das machen eh Metrophobiker, sie prüfen die Milch.

00:16:36: Aber was ist, wenn ich das nicht geprüft habe und ich habe die getrunken?

00:16:38: Es könnte sein, dass mir schlecht wird.

00:16:40: Solche Dinge denken eh Metrophobiker und deshalb grenzt sie das auch ganz, ganz extrem ein.

00:16:47: Diese Themen gilt es, zu bearbeiten und die dahinter liegenden Ängste zu erkennen.

00:16:57: Worüber wir uns auch unterhalten sollten, das werden wir aber sicherlich in der einen oder anderen... Folge auch machen, die ja noch folgen werden, wenn wir mit Eltern sprechen, nämlich die Abgrenzung von Emitophobie zur Magersucht.

00:17:10: Eine sehr häufige Erkrankung, die Anorexie, die auch sehr, sehr gefährlich ist, die aber eine ganz andere Art der Behandlung braucht als ein Emitophobiker, der aufgrund dessen, dass er diese Angst hat.

00:17:28: sich zu erbrechen, in seiner Logik folgt für den Emitophobiker.

00:17:32: Also dann esse ich doch lieber nicht, weil wenn ich nichts esse... Dann muss ich mich auch nicht übergeben, dann ist ja sozusagen nichts drin.

00:17:39: Und deshalb kontrollieren Sie das Essen natürlich in Bezug auf mögliche Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten.

00:17:46: Sie kontrollieren das Essen, ob es noch gut ist, also das Mindesthaltbarkeitsdatum.

00:17:51: Sie vermeiden auch gefährliche Lebensmittel.

00:17:54: Das ist häufig, also gefährlich in Anführungszeichen natürlich, das ist häufig Sahne oder Eier oder künstliche Zusatzstoffe oder konservierte Nahrung und natürlich abgelaufene oder unbekannte Lebensmittel werden sowieso nicht gegessen.

00:18:08: Und diese ganzen veränderten Essgewohnheiten führen dann natürlich häufig auch zu starken Gewichtsverlust.

00:18:15: Das ist aber bei dem Emetophobiker gar nicht gewünscht, ganz anders als bei jemanden, der eine Magersucht hat.

00:18:21: Und deshalb ist es so schwierig, wenn dieser angsterkrankte Mensch dann aufgrund seiner Gewichtsabnahme in der Klinik in der Anorexieabteilung landet, weil es einfach schlicht nicht das ist, also die Erkrankung praktisch nicht am Shopfe gepackt wird.

00:18:43: So, wir werden bestimmt auch sprechen über Schulängste.

00:18:46: und wo ist denn der Unterschied zwischen der Schulphobie und der Schulangst oder einer Emitophobie?

00:18:51: Aber auch das möchte ich gerne verweisen auf die entsprechenden Podcasts mit den Eltern da, werden wir sicherlich darüber noch sprechen.

00:18:59: Wie lässt sich die Emitophobie biologisch erklären?

00:19:02: Welche Rolle spielt unser Körper bei dieser Angst?

00:19:05: Wir könnten jetzt mal darüber sprechen, was vielleicht so ein Mitverursacher ist.

00:19:11: Ein Mitverursacher ist das vegetative Nervensystem.

00:19:14: Also unser Nervensystem steuert ja unsere lebensnotwendigen Körperfunktionen wie Atmung, Verdauung, Stoffwechsel.

00:19:22: Und das vegetative Nervensystem sorgt auch gemeinsam mit unserem Hormonsystem dafür, dass alle unsere Organe gut funktionieren.

00:19:31: Das steuert im Prinzip all die Bereiche, die wir mit unserem direkten Willen nicht beeinflussen, also wie Blutdruck, Speichelfluss, ob sich die Adern weiten und verengen.

00:19:41: Genau, und in diesem Zusammenhang stehen sich der Sympathikus und der Parasympathikus sozusagen gegenüber.

00:19:49: Und der Sympathikus, der macht uns sozusagen aktiv, ersetzt uns Entspannung, der sorgt dafür, dass wir sozusagen schnell reagieren können.

00:20:00: Und der Parasympathikus, das ist der Teil, der uns entspannen lässt und den wir brauchen, um uns zu entspannen und um ruhig zu sein.

00:20:10: Was passiert jetzt, wenn ich Angst habe, egal welche Angst, wir werden ja öfter über Angst sprechen, was passiert dann?

00:20:16: Es wird sozusagen in unserer Amygdala, das ist so ein kleiner Kern, so ein kleiner Teil in unserem Gehirn, Da wird diese Angstreaktion sozusagen angeschubst.

00:20:27: Es wird praktisch was erlebt, was andere Menschen vielleicht als nicht so beängstigend, also etwas, was uns beängstigt.

00:20:36: Das wird angeschubst.

00:20:38: Der Startpunkt der Angstreaktion... sorgt dafür, dass Biochemische Prozesse ausgelöst werden.

00:20:46: Es werden ganz viele Hormone ausgeschüttet und diese Hormone wie Adrenalin, Nordadrenalin, Cortisol und so weiter, die sorgen dafür, dass ich sozusagen aus meiner Angst heraus sehr schnell reagieren kann, nämlich mit Angriff oder mit Flucht und damit der Körper in ganz schneller Zeit in so ein Fluchtmodus gesetzt werden kann.

00:21:08: Dafür brauche ich halt sozusagen diese Alarmanlage, diese innere Amygdala.

00:21:13: Was macht die?

00:21:15: Die sorgt erst mal dafür, dass sich die Blutverteilung ändert.

00:21:19: Wenn die Blutverteilung ändert, das bedeutet, weil ich ja fliehen muss oder kämpfen muss, brauche ich ganz viel Blut in meinen Beinen.

00:21:26: Und das heißt, das Blut wird sozusagen herunter gepresst aus dem Kopf, herunter in die Beine, damit ich rennen kann.

00:21:35: Das haben übrigens auch ganz, ganz, ganz viele sich vielleicht erinnern, wenn sie mal in der Schule Angst hatten, weil sie aufgerufen worden sind oder in der Schule, wenn man eine Prüfung hat, wo man sagt, Mensch, das hatte ich vorher so gut gelernt.

00:21:47: Das habe ich eigentlich alles gewusst.

00:21:49: Aber als die Frage dann kam, ich hatte wie ein Blackout.

00:21:52: Ich hatte nichts mehr im Kopf und das stimmt.

00:21:55: Wirklich daran gelegen, dass im Angstmodus das Blut runtergepresst wird und dann ist im Gehirn wirklich nur noch ein Zugriff auf das, was ganz, ganz tief verankert ist.

00:22:08: Und diese Blutverteilung, diese Blutverteilung, die so runtergeht, die sorgt auch beim Immetophobiker unter anderem für diese Übelkeit, weil in der Angst wird das Blut runtergepresst.

00:22:19: Und wenn man sich das jetzt vorstellt, dann presst es das ja auch am Hals runter nach unten und das sorgt für dieses Klosgefühl im Hals.

00:22:28: Das wäre im Hals ein Gefühl vom Schluck Klosbeschwerden haben.

00:22:32: Dann wird das Blut weiter runter gepresst und der Magen, in dem ja ganz viel Blut ist, damit das diese Peristaltik macht, also diese Magenbewegung.

00:22:40: Wenn das Blut dann in die Beine runtergeht, dann hängt der Magen so ein bisschen Schlaf durch und das macht das flaue Gefühle Magen.

00:22:49: Wie kann man sich selbst oder anderen helfen, wenn diese Angst plötzlich eintritt?

00:22:53: Ja, was kann man dann tun?

00:22:55: Also was kann man grundsätzlich tun?

00:22:56: Erst mal das Wichtigste zu wissen und zu verstehen und zu verstehen, dass ein Teil der Lösung auch immer darin liegt, den Parasympathikus zu stärken.

00:23:08: Wie mache ich das?

00:23:09: Also wenn der Emetophobiker jetzt merkt, dass er Angst hat oder auch andere Menschen, die merken, bei allen Ängsten gilt das.

00:23:17: Ich gehe in die Angst hinein.

00:23:19: Die können mit einer tiefen Bauchatmung ganz gut dagegen arbeiten.

00:23:26: Also eines der allerersten Dinge, die ein Angstpatient lernen darf ist, tief zu atmen, tief in den Bauch hinein zu atmen, um so den Parasympathikus zu aktivieren, also der Entspannungsnerv, der dafür sorgt, dass wir uns entspannen können.

00:23:48: Gut, das war jetzt der kleine Ausflug in das Nervensystem, der aber für den Emitophobiker ganz wichtig ist, weil gerade hier halt ein Teil der Lösung klickt und auch ein Teil der Begründung weshalb er dieses Übelkeitsgefühl hat.

00:24:05: Diese Übelkeit, die ihn so begleitet.

00:24:12: Vielleicht magst du dich heute für ein Atemtraining entscheiden.

00:24:16: Ein Atemtraining ist in jeder Hinsicht eine wirklich gute Wahl, weil der Atem versorgt deinen Körper mit frischem Sauerstoff und er passt sich zudem unsere Stimmungslage an.

00:24:30: Und deshalb ist es insbesondere bei Stress und bei Angst auch so, dass der Atem immer flacher und schneller wird.

00:24:38: Dabei und dann dagegen zu steuern, da hilft halt die tiefe Atmung in den Bauch hinein.

00:24:46: Die tiefe Bauchatmung.

00:24:50: Und so atmest du richtig.

00:24:52: Wenn du magst, kannst du sofort mitmachen.

00:24:55: Leg dich bequem hin oder setz dich ganz entspannt hin.

00:25:00: Leg eine Hand auf deinen Bauch.

00:25:03: Und jetzt atmest du tief durch die Nase ein.

00:25:08: Du zählst dabei bis drei oder vier.

00:25:11: Und du fühlst, wie sich dein Bauch beim Einatmen ausdehnt, und sich deine Hand auf deinem Bauch bewegt.

00:25:20: Dann atmest du aus.

00:25:22: Du zählst bis sechs oder sieben.

00:25:26: Du atmest aus durch den Mund zu einer leichten Lippenbremse.

00:25:32: Es ist, wenn man den Mund so ein wenig schließt.

00:25:36: Beim Ausatmen zieht sich der Bauch wieder zusammen und die Hand gibt nach und gibt dem Bauch, geht sozusagen mit dem Bauch nach unten.

00:25:47: Also einatmen bis drei oder vier zählen und wieder ausatmen bis sechs oder sieben zählen wieder einatmen bis drei oder vier und wieder ausatmen.

00:26:16: Das ist so eine ganz grundsätzliche Übung.

00:26:20: Mit dieser Übung kannst du ganz einfach zwischendurch überprüfen ob Und wie gut und wie tief du gerade atmest.

00:26:29: Und das kannst du machen, ob du am Arbeitsplatz bist oder, was ich auch mal eine gute Idee finde, so ein paar Atemzüge zum Beispiel in der Schlange im Supermarkt.

00:26:38: Und wenn du diese Atemtechnik so langfristig zu deiner ganz eigenen Gewohnheit machen möchtest, dann legt dir doch einen ganz bestimmten Zeitpunkt für diese Entspannung in deinem persönlichen Tagesablauf fest.

00:26:52: Das kannst du zum Beispiel der frühe Morgen sein.

00:26:55: Oder wenn du dir am ganzen Tag darüber irgendwie mal eine Freude machen möchtest und dir was Gutes tun willst, dann such doch eine Zeit über den Tag verteilt.

00:27:05: Oder am Abend so in Kombination mit der Zahnputzroutine.

00:27:09: Ganz egal wann und wie, Hauptsache du findest die Möglichkeit, so täglich dich für ein paar Minuten zurückzuziehen und dich so auf deinen Atem zu konzentrieren.

00:27:20: Ich verspreche dir, wenn du dieses Atemtraining unter gibt's wissenschaftliche Studienzug konsequent über einundzwanzig Tage durchführst und so lange braucht man halt, um so eine neue Routine festzulegen, dann wirst du merken, wie sich etwas verändert, nämlich deine Selbstwahrnehmung zur Entspannung.

00:27:39: Die wird sich nämlich verbessern.

00:27:42: Und dann schaffst du es auch in Angstsituationen, besser loszulassen und du bemerkst die Anspannung früher und kannst dadurch auch schon früher entgegensteuern.

00:27:53: Und unglaublicherweise nach ungefähr drei Monaten kann man diese Veränderungen im Gehirn sogar im MRT sehen.

00:28:03: Und wenn du mal vielleicht eine Zeit lang findest keine Übung zu machen, dann ist doch auch überhaupt kein Problem, weil dann steigst du einfach am nächsten Tag wieder ein.

00:28:15: Alles Gute, bis dahin.

00:28:18: Deine Martina.

00:28:22: Vielen Dank fürs Zuhören.

00:28:23: Wir hoffen, diese Folge konnte dir helfen.

00:28:26: Wenn du Fragen, Feedback oder Themenvorschläge hast, schicke uns gerne eine Mail an me.atfmat-coaching.de.

00:28:34: Ebenso würden wir uns sehr darüber freuen, wer du den Podcast abonnierst und eine kurze Bewertung hinterlässt.

00:28:40: Danke und bis bald!

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