#29: Das Mom-Imposter-Syndrom – Raus aus Dauerstress und Grübelschleifen!

Shownotes

Lass uns mit einem neuen, wichtigen Beziehungsthema in das neue Jahr starten. Erkennst du dich in diesen Lebensgeschichten wieder?

  • Julia, Marketingexpertin, zwei Kinder: Perfektionismus am Kita-Zaun
  • Aylin, Vollzeitjob, alleinerziehend: Schuldgefühle und neue Routinen
  • Mara, Mental Load, Kleinkinder: Loslassen und kleine Schritte

In dieser Folge von „Leben ohne Angst“ erfährst du:

Was genau hinter dem Mom-Imposter-Syndrom steckt – und warum so viele Mütter betroffen sind.

  • Welche Rolle Perfektionismus, Mental Load und alte Glaubenssätze dabei spielen.
  • Wie du lernst, zwischen realen Aufgaben und fremden Erwartungen zu unterscheiden.
  • Wie du Beruf und Familie realistisch vereinbarst – ohne Schuld und Dauerstress.
  • Und: Wie du mit der Effmert-Methode® endlich deine Grübelschleifen stoppst.

Bonustrack: Trance „Ich bin genug. Heute reichen 80 %.“

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Transkript anzeigen

00:00:00: Also ihr habt gesehen, dass Mamm im Poster-Syndrom hat viele Wurzeln, gesellschaftliche, psychologische, biografische und strukturelle.

00:00:08: Und wenn wir sie verstehen, dann können wir beginnen, uns davon zu lösen.

00:00:13: Und zwar nicht indem wir noch härter kämpfen, sondern indem wir verstehen, du bist nicht falsch, du bist nicht ungenügend und du bist nicht gescheitert.

00:00:24: Du bist eine Mutter in einem System, das viel fordert und wenig aufwängt.

00:00:30: Und allein, dass du jetzt hier zuhörst, dich reflektierst und dich weiterentwickeln möchtest, zeigt, wie unglaublich verantwortungsvoll und liebevoll du mit deiner Rolle umgehst.

00:00:54: Willkommen bei Leben ohne Angst.

00:00:55: Ich bin Martina Effmert für reine Praxis für Psychotherapie und Hypnosis in Düsseldorf.

00:01:00: Ich bin Heilpraktikerin Coach.

00:01:03: Autorin, ja und auch Podcasterin und ich freue mich, dass du hier bist.

00:01:07: Und jetzt lass uns gemeinsam in das heutige Thema eintauchen, das MAMM im Poster-Syndrom.

00:01:14: Also wenn Mütter sich nie genug fühlen und wie du daraus findest.

00:01:20: Ich bin keine gute Mutter, andere kriegen das besser hin.

00:01:22: Ich meckert zu viel, ich arbeite zu viel, ich bin zu oft und zu viel müde.

00:01:28: Also wenn du solche Gedanken kennst, dann bist du damit nicht allein.

00:01:32: Heute sprechen wir über das Mom-Imposter-Syndrom, das Gefühl, als Mutter nur zu funktionieren und trotzdem dauernd zu versagen.

00:01:41: Wir schauen uns also versteckte Mechanismen an, wir entlasten Mythen, wir gehen durch echte Fallbeispiele durch, das weißt du, ich bringe immer gerne Fallbeispiele aus meiner Praxis mit einfach weil das die Sache so viel besser zum Anfassen macht und auch zum Verstehen.

00:01:58: Was machen wir noch?

00:01:59: Ich gebe euch ganz konkrete Strategien an die Hand und zum Schluss gibt es wie immer ein Bonus-Track, also inklusive einer kurzen Transsequenz am Ende.

00:02:09: Ja, genau.

00:02:11: Und ach ja, es gibt auch ein eigenes Kapitel, das heißt zwischen Kindern und Job, realistisch, praxistauglich und ganz ohne Scham.

00:02:21: Jetzt lasst uns starten mit dem Blick darauf, was Imposter überhaupt bedeutet.

00:02:28: Ja, was ist das Mom-Imposter-Syndrom?

00:02:31: Das Imposter-Syndrom, das ist ein andauerndes Gefühl, zum Beispiel Erfolge nicht verdient zu haben oder auch die Angst enttarn zu werden.

00:02:42: Und wenn wir das jetzt auf die Mütter übertragen, dann ist das nicht, ich kann meinen Job nicht, sondern ich kann die Mutterrolle nicht.

00:02:51: Und das ganz egal, was objektiv wirklich gut läuft.

00:02:56: Wenn wir uns anschauen, was sind so die Treiber von diesem Mammemposter-Syndrom, also wenn wir darüber sprechen, also dieses tiefe Gefühl als Mutter nicht gut genug gewesen zu sein, irgendwie zu versagen oder auch den anderen nur was vorzuspielen, dann lohnt sich wirklich der Blick.

00:03:13: und zwar ein genauer Blick auf die Kräfte, die da im Hintergrund wirken.

00:03:18: Denn dieses Gefühl, das entsteht nicht einfach so im luftleeren Raum, das wird genähert und verstärkt durch verschiedene innere und äußere Treiber, die so ineinandergreifen wie Zahnräder.

00:03:30: Und ich möchte dir die wichtigsten davon vorstellen.

00:03:34: Wer hätte es gedacht, ist natürlich die Vergleichskultur, insbesondere Instagram und Co.

00:03:39: Weil, na klar, wir leben in einer Zeit, in der wir jeden Tag hunderte Bilder sehen.

00:03:44: Perfekt dekorierte Kinderzimmer, lächelnde Babys, Mütter, die natürlich ganz scheinbar mühelos arbeiten, basteln, backen, reisen und dabei auch noch, nämlich ganz wunderschön aussehen.

00:03:57: Und obwohl wir wissen, dass Social Media kuratiert ist, der wirkt es halt trotzdem.

00:04:02: weil unser Gehirn vergleicht und das macht das Gehirn ganz automatisch.

00:04:06: Wir vergleichen unseren realen Alltag mit den Highlight-Momenten von anderen.

00:04:11: Wir vergleichen unsere Schöpfung nämlich mit deren Inszenierung und wir vergleichen unseren Work-in-Progress mit deren fertiger Showbühne.

00:04:20: Also kein Wunder, dass das Gefühl entsteht, alle anderen schaffen das, nur ich nicht.

00:04:26: Diese Vergleichskultur ist einer der wirklich stärksten Treiber des Mamm-Imposter-Syndroms und sie erzeugt wirklich einen permanenten Druck und lässt normale menschliche Erschöpfung, die völlig normal ist, dann wie ein persönliches Scheitern wirken.

00:04:44: Ja, nach der Vergleichskultur kommt dann der Perfektionismus, nämlich der innere Antreiber.

00:04:49: Also viele Mütter tragen ohnehin schon einen starken Perfektionismus in sich.

00:04:54: Meistens ist das so ein perfektionistischer Kern, der sehr früh schon im Leben entsteht, ganz häufig, bereits im Elternhaus, in der Kindheit.

00:05:03: Das sind dann so innere Sätze wie, ich bin nur was wert, wenn ich alles richtig mache.

00:05:09: Ja, und die Mutterschaft, das ist denn das Lebensfeld, in dem Perfektion schlicht unmöglich ist.

00:05:16: Wirklich, glaube es mir, unmöglich.

00:05:18: Und dennoch versuchen so viele Mütter, alles zu hundert Prozent zu erfüllen.

00:05:23: die perfekte Ernährung, die perfekten Emotionen, die perfekten Reaktionen, gibt ja auch genügend Bücher dazu, die perfekte Struktur, die perfekte Bindung, die perfekte Selbstbeherrschung, die perfekte Selbstversorgung.

00:05:35: und das Stiliste ist unendlich, du kannst sie weiterführen.

00:05:40: Ja, und durch Perfektionismus wird jeder kleine Fehler oder jede Überforderung zu einem vermeintlichen Beweis.

00:05:47: siehst du, ich kann es doch nicht.

00:05:50: Also Perfektionismus ist einer der Motoren, die das Impostergefühl am Laufen halten.

00:05:56: Das nächste Ding ist das Kontrollbedürfnis, also das Gefühl, alles im Griff haben zu müssen.

00:06:02: Viele Mütter versuchen, den Familienalltag unter Kontrolle sicher zu machen.

00:06:06: Also das Bedürfnis kann ich natürlich verstehen, weil Mutterschaft bedeutet Verantwortung.

00:06:12: Aber Achtung, Kontrolle ist ein Fass ohne Boden.

00:06:16: Ein Kind ist nicht kontrollierbar.

00:06:19: Eine Familie ist nicht kontrollierbar, Gefühl ist nicht kontrollierbar, der Alltag ist nicht kontrollierbar.

00:06:24: und genau hier entsteht dann der Stress.

00:06:27: Weil dann nämlich jede Abweichung, also jede unruhige Nacht, jeder Wutanfall, jede Erkältung, jedes Durcheinander, das wird innerpsychisch als persönliches Scheitern interpretiert.

00:06:41: Was sagen die Frauen sich dann?

00:06:42: Ach, hätte ich mal besser geplant, dann wäre das nicht passiert.

00:06:45: Also dieses Kontrollbedürfnis erzeugt Ständige Selbstüberprüfung.

00:06:50: Und das macht die Mutter dauerhaft anfällig für das Gefühl, nämlich nicht zu genügen.

00:06:56: Kommen wir zum nächsten Punkt, nämlich der kognitiven Verzerrung.

00:07:00: Also das Decken, das uns im Grunde genommen in die Irre führt.

00:07:04: Kognitive Verzerrung, das sind Denkfehler, die unser Gehirn ganz automatisch produziert.

00:07:09: Sie entstehen, weil unser Gehirn Abkürzungen nimmt, nämlich ganz schnell entscheidet und bewertet, statt neutral zu analysieren.

00:07:19: Was sind denn jetzt so typische Verzerrungen beim Mamm-Imposter-Syndrom?

00:07:24: Das ist erstens das Katastrophisieren.

00:07:28: Wenn ich heute ungeduldig war, ruiniere ich die Bindung zu meinem Kind.

00:07:31: Es wird alles immer größer und größer gemacht, oder dieses alles oder nichts denken.

00:07:37: Entweder ich reagiere immer ruhig oder ich bin eine schlechte Mutter.

00:07:42: Die selektive Wahrnehmung, man sieht nur das, was nicht funktioniert, nicht das, was gut läuft.

00:07:48: All das in kognitive Verzerrungen und auch das Gedankenlesen gehört dazu.

00:07:53: Die anderen Mütter denken bestimmt, ich kriege mein Leben nicht auf die Reihe oder ein Abwertungsfilter.

00:08:00: Alles positive wird sofort entwertet.

00:08:04: Dass mein Kind sich heute beruhigt hat, das war nur Zufall, nicht meine Kompetenz.

00:08:09: Diese Verzerrungen führen dazu, dass Mütter sich streng, kritisch und Fehler fokussiert bewerten, nicht die Realität erzeugt das Impostergefühl, sondern Achtung, die innere Interpretation.

00:08:26: Ja, ein weiterer Treiber vom Impostersyndrom, der sitzt ganz tief in der eigenen Biografie, sind nämlich die alten Bindungsmuster.

00:08:38: Viele Frauen tragen halt Bindungsmuster in sich, die aus der Kindheit stammen.

00:08:43: Was meine ich damit?

00:08:44: Das sind so Sachen wie du musst funktionieren, du darfst nicht stören, du musst stark sein.

00:08:50: Du darfst keine Fehler machen oder auch deine Gefühle sind zu viel oder anderen geht es wichtiger als dir.

00:09:00: Wenn diese alten Sätze unter Mutterschaft aktiv werden, dann passiert Folgendes.

00:09:07: Man reagiert nicht aus der Gegenwart, sondern aus den alten Prägungen.

00:09:11: Man fühlt sich klein, überfordert nicht gut genug.

00:09:15: Das eigene innere Kind wird getriggert und genau dann entsteht das Gefühl, nicht die richtige Mutter zu sein.

00:09:23: Also Bindungsmuster beeinflussen uns wirklich massiv, wie sicher oder unsicher sich Mütter im Alltag fühlen und wie schnell sie in Selbstzweifel rutschen.

00:09:35: Ja, der nächste Antrieb, das merkst du schon, es gibt wirklich viel und... Pürse dir einfach an und schau mal, was so deiner vielleicht sein könnte oder welche davon für dich in Betracht kommen.

00:09:47: Mental load der unsichtbare Stress.

00:09:50: Ja, es gibt also den Faktor, über den am wenigsten gesprochen wird, obwohl er am meisten Einfluss hat, nämlich der Mental load.

00:09:59: Der unsichtbare, dauerhafte, kognitive und emotionale Druck.

00:10:05: Nämlich an alles zu denken.

00:10:08: alles zu organisieren.

00:10:10: Verantwortlich zu sein für Stimmung, für Harmonie, für Termine, für Strukturen.

00:10:15: Mütter müssen immer den Überblick behalten.

00:10:18: Mütter müssen alle Ausfälle kompensieren, Bedürfnisse ausbalancieren und emotionale Arbeit leisten.

00:10:26: Also Mental Load ist wie eine permanent laufende Hintergrund-App.

00:10:32: Das macht erschöpft, das macht dünnhaltig.

00:10:35: Das verkleinert die Belastbarkeit und führt dazu, dass die eigenen Leistungen unsichtbar werden.

00:10:42: Denn mental load produziert ein Grundgefühl von, ich mache viel, aber es fühlt sich nie genug an.

00:10:50: Und genau dieser Zustand öffnet praktisch für das Impostergefühl Tür und Tor.

00:10:56: Man ist erschöpft, ausgelaugt, überfordert und interpretiert das nicht als normal, sondern als persönliches Scheitern.

00:11:07: Also ihr habt gesehen, dass Mamm im Poster-Syndrom hat viele Wurzeln, gesellschaftliche, psychologische, biografische und strukturelle.

00:11:15: Und wenn wir sie verstehen, dann können wir beginnen, uns davon zu lösen.

00:11:20: Und zwar nicht indem wir noch härter kämpfen, sondern indem wir verstehen, du bist nicht falsch, du bist nicht ungenügend und du bist nicht gescheitert.

00:11:31: Du bist eine Mutter in einem System, das viel fordert und wenig aufwängt.

00:11:36: Und allein, dass du jetzt hier zuhörst, dich reflektierst und dich weiterentwickeln möchtest, zeigt, wie unglaublich verantwortungsvoll und liebevoll du mit deiner Rolle umgehst.

00:11:49: Ja, ich habe dir so eine kleine Mikroübung mitgebracht.

00:11:52: Also frage dich doch mal, jetzt wo du da gerade sitzt und das gehört hast.

00:11:58: Woran würde eine neutrale Beobachterin erkennen, dass ich vieles gut mache?

00:12:05: Und dann sag dir dazu mal drei Belege.

00:12:11: Also, woran würde eine Beobachterin von außen erkennen, dass du vieles richtig gut machst?

00:12:18: Eins, zwei, drei.

00:12:20: Ja, und wie zeigt sich das im Alltag?

00:12:25: Jetzt schauen wir uns mal typische Warnzeichen und Signale an.

00:12:31: Also so ein typisches Warnzeichen ist halt diese dauerhafte Selbstkritik trotz objektiver Erfolge.

00:12:40: Schuldgefühle bei Selbstfürsorge, also wenn die Mama sich Mietheim nehmen, dass sie ein schlechtes Gefühl haben, Gefühl von Egoismus, dass sie sich überarbeiten und überplanen und trotzdem das Gefühl haben, das ist nicht reicht.

00:12:56: Ja und der Körper, der reagiert mit Spannungskopfschmerz, mit Nacken, mit Bauch, mit Schlafstörungen und mit Fehl am Platz.

00:13:04: Gefühl.

00:13:06: Ja, das klingt abstrakt und deshalb öffnen wir jetzt eine Tür, nämlich für echte Geschichten, damit das mit den Fallbeispielen so viel klarer wird.

00:13:17: Mein erstes Fallbeispiel, das ist Julia, die ist thirty-fünf Jahre alt, hat zwei Kinder, nämlich vier und sieben und arbeitet Teilzeit im Marketing.

00:13:25: Julia erlebt morgens folgende Symptomatik.

00:13:29: Lämme ich schon am Kindergarten Zaun, Herzklopfen und den Gedanken.

00:13:34: Die anderen Mütter, die wirken so organisiert und ich bin echt das Chaos.

00:13:40: Und da kann so ein kleiner Kommentar von jemandem, der vielleicht gut gemeint war oder nicht böse auf jeden Fall, wie ein Trigger sein.

00:13:48: Nämlich wenn einer zum Beispiel sagt, du arbeitest echt viel, oder?

00:13:53: Mütter mit so einem Imposter-Syndrom, die verhalten sich dann so, dass sie noch früher aufstehen, dass sie Listen perfektionieren und dass sie Schlafmangel haben abends... untertränen.

00:14:06: Was ist die therapeutische Arbeit?

00:14:07: Ich würde dir gerne im nächsten Schritt zeigen, wie ich bei meiner therapeutischen Arbeit mit Müttern vorgehe, die praktisch unter diesem Mamm-Imposter-Syndrom leiden.

00:14:16: Und ich stelle dir sechs ganz zentrale Bausteine vor.

00:14:19: Und jeder dieser Schritte hilft dabei, selbst Zweifel abzubauen und innere Sicherheit aufzubauen und aus diesem Vergleichs- und Perfektionsdruck herauszutreten.

00:14:32: Ja, lass das einfach mal auf dich wirken.

00:14:34: Das erste ist eine kognitive Landkarte, nämlich Fakten versus Stories.

00:14:39: Der erste Schritt, den du machen kannst, der besteht darin, dir eine innerliche kognitive Landkarte sichtbar zu machen.

00:14:45: Das bedeutet, wir trennen Fakten von der Geschichte, die das Gehirn daraus gebaut hat.

00:14:52: Also Julia, die zum Beispiel sagte, ich habe heute morgen die Nerven verloren, ich bin eine schlechte Mutter.

00:15:01: Der Fakt lautet?

00:15:03: Ich war heute Morgen gestresst und laut.

00:15:05: Die Story lautet?

00:15:07: Das beweist, dass ich versage.

00:15:09: Und genau diese Story ist es, die das Gefühl von Unzulänglichkeit erzeugt, nicht der Fakt selbst.

00:15:16: In der Sitzung gehen wir dann ganz behutsam solche Situationen durch und schauen uns gemeinsam an.

00:15:22: Was ist wirklich passiert?

00:15:24: Und was hat dein Kopf draus gemacht?

00:15:27: Welcher Gedanke ist ein Fakt und welcher ist eine Interpretation oder ein Automatismus oder eine alte Prägung?

00:15:37: Und allein diese Klarheit ist oftmals schon enorm entlastend.

00:15:42: Denn die meisten Impostergefühle, die entstehen durch Geschichten und nicht durch Tatsachen.

00:15:50: Der nächste Punkt ist dann eine Glaubenssatzarbeit.

00:15:53: Viele Impostermütter haben den Glaubenssatz, nur perfekte Mütter sind gute Mütter.

00:15:58: Kommt ihr das vielleicht bekannt vor?

00:16:01: Also der zweite Schritt ist der Schritt, genau an diesen Glaubenssätzen zu arbeiten.

00:16:07: Weil viele Mütter tragen wirklich diesen harten, inneren Satz in sich.

00:16:11: Nur perfekte Mütter sind gute Mütter.

00:16:12: und in der Therapie, da achten wir mal darauf, wo dieser Satz herkommt.

00:16:18: Aus dem Elternhaus, aus der Schule.

00:16:21: Vielleicht aus alten Erfahrungen oder auch aus gesellschaftlichen Erwartungen.

00:16:26: Und dann schauen wir, welche Auswirkungen dieser Satz heute hat, nämlich ständiger Druck, ständiges Vergleichen, ständiger Angst zu versagen.

00:16:33: Und gemeinsam entwickeln wir dann einen neuen, nämlich realistischen und nährenden Satz.

00:16:39: Kein kitschiger Spruch, sondern ein tragfähiger, innerer Anker.

00:16:45: Was könnte das sein?

00:16:47: Zum Beispiel ein Satz wie... Ich darf Fehler machen und mein Kind braucht keine perfekte Mutter, sondern eine menschliche.

00:16:57: Ja, diese Arbeit verändert die innere Stimme.

00:17:01: Die selbst Kritik wird leiser, das selbst Mitgefühl wird möglich und es entsteht so ein Raum der Entlastung.

00:17:11: Ja, viele Mamas mit Imposter-Syndrom haben solche Grüppel schleifen.

00:17:17: und diese Grübel schleifen zu stoppen.

00:17:19: Da habe ich eine eigene Methode für entwickelt, die FMAT Methode.

00:17:23: Und das ist auch so der dritte Schritt in meiner Arbeit.

00:17:27: Ich würde dir dafür ganz gerne eine kurze Anleitung machen.

00:17:30: In der Praxis sieht das dann nochmal anders aus.

00:17:32: Aber hier, was möglich ist, dafür habe ich mir ein Gedanken gemacht und das würde ich dir gerne jetzt ja anraten zu tun.

00:17:42: Also ein Beispiel dafür ist zum Beispiel das fünf Minuten Protokoll gegen allabendliches Gedankenkarossell.

00:17:48: Also die Idee, statt im Kopf zu kreisen, wird der Gedanke kurz strukturiert aufgeschrieben, aber halt nicht stundenlang, sondern genau auf fünf Minuten begrenzt.

00:17:58: Und die Struktur lautet?

00:18:01: Was war der Gedanke?

00:18:02: Was ist die Befürchtung?

00:18:03: Was ist der schlimmste Fall?

00:18:05: Was ist der wahrscheinlichste Fall?

00:18:07: Und was ist die einzige kleine Handlung, die ich morgen tun kann, wenn überhaupt nötig?

00:18:13: Und nach fünf Minuten ist Schluss.

00:18:15: Ende.

00:18:16: Diese klare, begrenzter Rahmen beruhigt praktisch dein Nervensystem.

00:18:20: Es gibt der Sorge einen Platz, aber es verhindert, dass ihr den gesamten Abend überschattet.

00:18:27: Und viele Mütter erleben damit zum ersten Mal seit langer Zeit wieder ruhige Abende.

00:18:33: Also hör dir diese kurze Anleitung gerne noch einmal an.

00:18:38: Das ist auf jeden Fall eine Geschichte, mit der du deine Gedanken und dein Nervensystem gut beruhigen und in den Schach halten kannst.

00:18:49: Ja, Punkt vier.

00:18:51: Ja, ja, ja.

00:18:52: Wir nähern uns, ne?

00:18:53: Exposition Light, nenne ich das.

00:18:56: Das ist was ganz besonders Schönes.

00:18:57: Das liebe ich, mit Müttern zu besprechen.

00:19:00: Exposition Light bedeutet nämlich jeden Tag eine Sache bewusst unperfekt zu lassen.

00:19:06: Wunderbar.

00:19:07: Und ich liebe das, wenn Mama mir das aufschreiben oder manche machen mir ein Foto davon.

00:19:12: Also der vierte Schritt, der klingt unscheinbar und der hat so eine enorme Wirkung.

00:19:17: Exposition Light, das bedeutet jeden Morgen bewusst eine kleine Sache unperfekt zu lassen.

00:19:23: Ein Beispiel zum Beispiel könnte sein, also die Brotdose nicht Instagram perfekt zu machen.

00:19:29: Vielleicht mal nur eine Banane oder ein Brot einpacken und zwar ohne Herz vorm Gurken oder ohne dekorierten Obstspieß.

00:19:37: Oder die Wohnung zu verlassen, obwohl nicht alles perfekt aufgeräumt ist.

00:19:42: Oder eine Nachricht einfach später zu beantworten.

00:19:46: Oder etwas zu kaufen anstatt alles selbst zu machen.

00:19:50: Der Sinn dahinter ist nicht Provokation.

00:19:53: Nein, der Sinn ist es, Beweise zu sammeln.

00:19:57: Nämlich Beweise dafür, dass nichts Schlimmes passiert, dass niemand zusammenbricht, dass die Welt nicht untergeht und dass du trotzdem eine gute Mutter bist, auch unperfekt.

00:20:08: Also diese ganz kleinen Expositionen schwächen den Perfektionismus und stärken dein Selbstvertrauen.

00:20:17: Ja, der fünfte Schritt, das ist dann die Etablierung von Selbst mit Gefühl.

00:20:22: Weil viele Mütter behandeln sich innerlich so streng, wie sie niemals ein anderes menschliches Wesen behandeln würden.

00:20:31: Deshalb arbeiten wir mit einem Satz, der ins Handy oder auf den Startbildschirm gespeichert wird.

00:20:38: Ein Satz, der in Stressmomenten abrufbar ist und sofort Halt gibt.

00:20:42: Ein Satz wie Ich darf gut genug sein.

00:20:46: Kurz klar liebevoll.

00:20:49: Dieser Satz ist kein Ablass, sondern eine Erlaubnis.

00:20:51: Eine Erlaubnis, nämlich menschlich zu sein.

00:20:54: Eine Erlaubnis, sich selbst Wärme zu geben.

00:20:57: Eine Erlaubnis, nicht immer funktionieren zu müssen.

00:21:02: Und viele Mütter berichten, dass dieser Satz mehr verändert als jede lange Theorie.

00:21:08: Ja, Punkt sechs.

00:21:09: Und damit sammeln wir nämlich echte Erfolge.

00:21:14: Denn Mütter, Mütter sehen leider oft nur das, was nicht klappt.

00:21:20: Und nur selten oder nie, dass was gut läuft.

00:21:22: Ich bitte Sie deshalb jeden Tag, darum eine einzige Situation aufzuschreiben, die zeigt, ich war da, ich habe mein Bestes gegeben und es hat gereicht.

00:21:31: Und es kann etwas ganz Mini-Kleines sein, ein beruhigender Blick, eine Umarmung, ein Moment Geduld, das reicht.

00:21:40: Und mit der Zeit entsteht so ein inneres Archiv, ein Gegengewicht zu der strengen Stimme.

00:21:47: Und je größer dieses Archiv wird, desto weniger Raum hat das Imposter-Syndrom.

00:21:52: Und ich bitte dich, das Ergebnis nach sechs Wochen war bei Julia, nämlich reduziertes Krübeln, sehr zweimal die Woche Sport gemacht, abends, zwanzig bis dreißig Minuten echte Ruhe und die Kommentare triggern sie weniger und Julia konnte kontern.

00:22:10: Ja, ich arbeite gern und ich bin für meine Kinder da.

00:22:15: Ja, manchmal... verschiebt sich der Druck in die Partnerschaft oder in den Job.

00:22:21: Und dort wird es dann besonders eng.

00:22:24: Und dafür habe ich euch ein Fallbeispiel mitgebracht, nämlich das Fallbeispiel von Aileen.

00:22:30: Eine Klientin, die sehr typisch ist für das Mammimposter-Syndrom, wie ich es in meiner Praxis auf der lebe.

00:22:36: Also Aileen ist neununddreißig, die ist Solo-Mamm.

00:22:40: Ihr Sohn ist neun Jahre alt und sie arbeitet Vollzeit in der IT-Projektleitung.

00:22:45: Also nach außen, muss sagen, wirkt sie total stark, kompetent, organisiert.

00:22:50: Jemand, der alles im Griff hat, aber innerlich begleitet sie einen Satz, der sie regelrecht aufrisst.

00:22:59: Nämlich, mein Kind bekommt immer nur eine halbe Mutter.

00:23:04: Dieser Gedanke verfolgt sie.

00:23:06: Der Job ist, funktioniert sehr hervorragend, aber zu Hause, da spürt sie genau das Gegenteil, nämlich Zweifel, Schuld, Vergleiche.

00:23:17: Das Gefühl, ständig zu wenig zu sein.

00:23:21: Die Situation ist dadurch zusätzlich belastet, weil sie tatsächlich kein zweites Elternteil hat, das mitträgt.

00:23:28: Weil die Großeltern wohnen zweieinhalb Kilometer entfernt, also Alltagsunterstützung gibt es auch kaum.

00:23:34: Das bedeutet, Aline trägt alles alleine, die Verantwortung, die Organisation und die Entscheidungen.

00:23:42: Und so, wie viele Mütter, die im Poster-Modus sind, hat sie auch ein klares Muster.

00:23:47: Nämlich Erfolge werden extra analysiert.

00:23:51: Wenn sie zum Beispiel einem großen Release von ihrem Chef gelobt wird, dann sagt sie, ach, ich hatte einfach nur Glück oder das Team war gut drauf.

00:23:59: Wenn ihr Sohn gute Nachrichten oder gute Noten nach Hause bringt, dann sagt sie, na, die Lehren mag ihn einfach.

00:24:05: Das hat nichts mit mir zu tun.

00:24:08: Das heißt, sie schreibt sich selbst nichts zu.

00:24:11: Die Erfolge gehören immer den anderen.

00:24:14: Die Erfehler gehören immer ihr.

00:24:16: Das ist also wirklich ein klassischer Imposter.

00:24:20: Ja, was war die Intervention?

00:24:23: Was haben wir gemacht in der gemeinsamen Arbeit?

00:24:26: Ich habe da vier Bausteine eingesetzt.

00:24:28: Das erste war, und vielleicht passt da auch irgendwas für dich, die Wertematrix.

00:24:33: Also drei Säulen für ihren Alltag.

00:24:36: Wir haben gemeinsam eine persönliche Wertematrix entwickelt.

00:24:39: Drei Säulen, die erhelfen, sich im Alltag nicht zu verzetteln, sondern genau das im Blick zu behalten, was wirklich zählt.

00:24:47: Nämlich Präsenz, also Qualität statt Quantität.

00:24:51: Fünf, echte Minuten sind wertvoller als drei Stunden nebenbei.

00:24:56: Sicherheit, verlässliche Routine, Kinder brauchen Wiederholungen, nicht Perfektion.

00:25:02: Und als Drittes, ein wöchentliches Mini-Ritual, das nur ihr und ihrem Sohn gehört.

00:25:09: Für die beiden war das ein ganz einfacher, nämlich der Dienstags Pfannekuchenabend.

00:25:15: Und diese drei Säulen haben ihr Struktur und Orientierung gegeben und den Druck rausgenommen, alles, alles und wirklich alles erfüllen zu müssen.

00:25:26: Ja, der zweite Baustein, den ich mit Eileen eingeführt habe, und vielleicht ist das auch was für dich, das ist das, was ich sage, der Gut genug Tag.

00:25:37: Das ist ein Tag, an dem Perfektion bewusst mal Pause hat, an dem nur zählt, was wirklich wichtig ist.

00:25:44: Ein gut genug Tag ist kein Notfalltag und auch keine Kapitulation, Ausrufungszeichen, wirklich.

00:25:51: Es ist eine Selbst-für-Sorge-Strategie, ein Schutzraum.

00:25:55: Ein Tag, der sagt, ich muss heute nicht glänzen, ich darf einfach da sein.

00:26:02: Und für diese Tage haben wir drei Muss-Dinge definiert.

00:26:06: Das erste Muss ist, Essen organisieren, egal wie einfach es ist.

00:26:11: Zweitens Hausaufgabencheck, kurz checken, ein Blick keine perfekte pädagogische Begleitung.

00:26:18: und drittens zehn Minuten echte Nähe hinsetzen, zuhören, ein Moment der Verbundenheit.

00:26:25: Alles andere ist freiwillig und alles andere darf wegfallen.

00:26:29: Und diese mini kleine Struktur hat Aileen enorm entlastet.

00:26:33: Sie musste nicht mehr jeden Tag auf hundert Prozent laufen, sie durfte schwanken, atmen und auftanken.

00:26:42: Und gerade dadurch wurde sie an den anderen Tagen stabiler, präsenter und emotional zugänglicher.

00:26:49: Der gut genug Tag ist eine Einladung, Mensch zu sein und sich selbst mit derselben Freundlichkeit zu behandeln, die man seinen Kindern selbstverständlich zugesteht.

00:27:02: Ja, was haben wir noch gemacht?

00:27:03: Wir haben einen Arbeitgeber Dialog eingeführt.

00:27:06: Also Eileen hat halt bis dahin ziemlich viel oder sozusagen alles hingenommen, so Überstunden, Deadlines, Meeting Flute, alles aus der Angst heraus.

00:27:15: Man könne sie, weil sie ja Mutter ist, alleinerziehend für nicht belastbar halten.

00:27:21: Ja, und in... In der Vorbereitung von diesem Arbeitgeber-Dialog, da haben wir einfach so bestimmte Sachen festgelegt, die für sie wichtig waren.

00:27:28: Wie ein zusätzlich fixierter Remote-Tag in der Woche, sodass sie ohne Fahrzeit mehr Präsenz zu Hause hat.

00:27:36: Und auch das Entkoppeln von Deadlines und Meetingspitzen, damit sie nicht alles gleichzeitig schultern muss.

00:27:41: Und diesen Dialog haben wir vorbereitet und er hat auch gut funktioniert.

00:27:45: Und weil sie den klar funktioniert hat, was sie braucht und auch warum.

00:27:50: Ja, was haben wir noch gemacht?

00:27:51: Wir haben einen Selbstwertanker installiert, eine ganz einfache Liste mit der Überschrift.

00:28:00: Das würde ich dir wirklich empfehlen, nachdem du das angehört hast, setz dich hin und mach das auch mal.

00:28:08: Ja, der Selbstwertanker.

00:28:10: Dinge, die nur ich meinem Kind geben kann.

00:28:13: Das war die Überschrift.

00:28:15: Und Aline hat darauf geschrieben, mein Humor.

00:28:19: Die Art, wie ich Geschichten erzählen kann.

00:28:22: Unsere Spaziergänge am Rhein.

00:28:24: Unser Nudelsalat, den er nur von mir essen mag.

00:28:28: Mein Zuhören.

00:28:29: Mein Verständnis dafür, wie er fühlt.

00:28:33: Dieser Satz, Dinge, die nur ich meinem Kind geben kann, hat sie wieder zu sich zurückgebracht.

00:28:40: Weg von dem Vergleich mit zwei Elternfamilien.

00:28:44: Weg vom Perfektionsdruck.

00:28:46: Weg vom Ständigen, ich reiche nicht.

00:28:49: Und nach einigen Wochen veränderte sich wirklich vieles.

00:28:52: Aline fühlte weniger Schuld, die Kommunikation im Job wurde klarer, sie konnte sich besser abgrenzen.

00:28:59: Ja und sie führte einen Abendritual ein, fünfzehn Minuten Exklusivzeit mit ihrem Sohn, egal wie voll der Tag war.

00:29:08: Und plötzlich wurden die Wochenenden wieder leichter.

00:29:12: Nicht perfekt, aber leicht.

00:29:15: Die Wochen natürlich auch und sie konnte sich wieder freuen.

00:29:18: statt zu funktionieren.

00:29:21: Wenn wir über Schuld und Vergleiche und Überlastung sprechen, dann stolpern wir automatisch über ein großes Thema, das wie so eine unsichtbare Zeitbombe wirkt, haben wir eben vorhin auch schon übergesprochen, nämlich dieses Mental Load.

00:29:35: Und dafür habe ich auch ein Fallbeispiel mitgemacht, nämlich das Beispiel Mara.

00:29:41: Mara ist ein Dreißig, hat zwei kleine Kinder, eins ist drei Jahre alt, das andere gerade ein Jahr.

00:29:47: Ihr Partner arbeitet im Schichtdienst häufig nachts, oft am Wochenende, und Mara trägt im Grunde genommen den Alltag ganz alleine.

00:29:57: Als sie zu mir kam, war sie ständig gereizt, dünnhäutig, schnell in Tränen, und zwar wegen nichts, wie sie selbst sagte, und nachts drehte sich in ihrem Kopf ein To-do-Karussell, dass sie nicht zur Ruhe kommen ließ.

00:30:11: Und wenn wir dann tiefer schauen, dann war ganz schnell klar, das Problem war nicht die Gefühle, Das Problem, das war die Last, die sie trug.

00:30:20: Nach unserer Analyse wurde sichtbar, dass rund neunzig Prozent der gesamten Planungs- und Denkarbeit nämlich bei ihr lag.

00:30:28: Und damit meine ich nicht nur die großen Dinge, sondern... Alles Arzttermine, Kita-Kommunikation, Geburtstagsgeschenke, Wäschelogistik, Ersatzklamotten, Essensplanung, Vorräte, Absprachen, Erinnerungen, kleine organisatorische Dinge, die niemand sieht, aber die ununterbrochen Belasten, die Liste.

00:30:48: auch hier kann man fortführen.

00:30:50: Und Mara war nicht empfindlich, sondern sie war erschöpft.

00:30:54: Sie war allein mit einer Last, die eigentlich in Zweiköpfe gehört.

00:30:58: Wir haben dann konkrete Schritte erarbeitet, die sofort Entlastung gebracht haben.

00:31:05: Und der erste Schritt war die Mental Load Inventur.

00:31:08: Das heißt, wir haben erst mal eine vollständige Inventur gemacht.

00:31:12: Alle Aufgaben wurden auf einzelne Karten geschrieben.

00:31:16: Wirklich alle bist ins kleinste Detail.

00:31:19: Und dann haben wir die Karten farbig markiert.

00:31:22: Wer denkt an diese Aufgabe?

00:31:24: Wer führt sie aus?

00:31:25: Wer kontrolliert sie hinterher, ob sie wirklich erledigt ist?

00:31:29: Und diese Dreiteilung ist wichtig, liebe Mamas, weil nämlich viele Partner sagen, ach, sag mir doch, was ich tun soll und dann mache ich das.

00:31:37: Und genau da liegt halt der Fehler, weil nämlich dann das Denken, Planen und Kontrollieren trotzdem bei der Mutter bleibt.

00:31:45: Und das ist das eigentliche Mental Load.

00:31:48: Durch diese Inventur wurde sichtbar, wie ungleich die Last verteilt war und das Entlastung nicht nur über mehr helfen, sondern über Übernahme der Verantwortung funktioniert.

00:32:01: Ja, der zweiten Schritt haben wir, nämlich genau das gemacht, konsequent delegieren.

00:32:05: Nicht, hilf mir bitte, sondern dieses Aufgabenfeld gehört jetzt komplett dir.

00:32:12: Bei ihr hat der Partner zwei Bereiche vollständig übernommen, nämlich erstens die gesamte Kita-Kommunikation und zweitens alle Arzttermine, das heißt inklusive Vereinbarung, Fahrt, Erinnerungen und Eintrag ins Familienkalendersystem.

00:32:29: Für Mara war das ein tiefer Atemzug.

00:32:31: Zum ersten Mal musste sie nicht mehr alles im Kopf behalten und zum ersten Mal trug jemand anders die Verantwortung und zwar für einen kompletten Bereich.

00:32:41: Ja, der dritte Baustein war dann die Automatisierung, denn vieles im Familienleben, das wiederholt sich und das kann dadurch vereinfacht werden.

00:32:50: Also wir haben gemeinsam einen Essensplan gemacht mit zehn festen Gerichten, die im wöchentlichen Wechsel laufen.

00:32:56: Also da haben wir nicht mehr jeden Tag die Entscheidung, was kochen wir heute.

00:33:00: Dazu kam dann ein Abo für Grundnahrungsmittel, die zu Ende gingen, Hafermilch, Nudeln, Tomaten, Windeln, weiß der Teufel was.

00:33:08: Und wir haben so eine Notfallwoche definiert.

00:33:10: Die Notfallwoche bedeutet fünf ultraleichte Gerichte, die man machen kann, wenn wirklich alles zu viel ist.

00:33:17: Und damit ist die Entscheidung raus aus dem Kopf und der Alltag wird ruhiger.

00:33:21: Das kann ich übrigens auch allen empfehlen, die noch nicht oder nicht unter dem MAM-Imposter-Syndrom leiden.

00:33:27: Das für alle ein guter Hinweis der Automatisierung des Alltags zu vereinfachen.

00:33:34: Der nächste Schritt bei ihr war die Good enough Grenze.

00:33:36: In der vierte Schritt, das bedeutet halt, abends gibt es ein zwanzigminütiges Reset.

00:33:42: Auch super cool, auch für alle.

00:33:45: Wirklich für alle.

00:33:46: In diesen zwanzig Minuten wird aufgeräumt, was nötig ist und danach ist Schluss.

00:33:50: Der Rest bleibt liegen und zwar ohne schlechtes Gewissen und ohne ständiges Hinterherlaufen.

00:33:56: Weil ein Zuhause muss nicht perfekt sein, es muss bewohnbar sein und es muss liebevoll sein und mehr nicht.

00:34:04: Was war das Ergebnis?

00:34:06: Schon nach einigen Wochen berichtete Mara, dass sie viel weniger Streit in der Partnerschaft hat, mehr Schlaf, weniger Gereizzeit verspürt und vor allen Dingen, dass ihre Selbstgespräche wieder freundlicher wurden.

00:34:22: Ja, sie sprach nicht mehr mit sich wie mit einer überforderten Managerin, die versagt hatte, sondern wie mit einer Mutter, die ihr bestes gibt und der man auch mal eine Pause schenken darf.

00:34:35: Ja, und damit sind wir sozusagen mitten im Alltag angekommen, wo so Rollen kollidieren und Erwartungen aufeinanderprallen, Und deshalb wollte ich gerne noch so einen Spezialkapitel einschieben, nämlich Zwischenkindern und Job.

00:34:51: Also, der Spagat Zwischenkindern und Job ist für viele Mütter eines der größten Stresspunkte überhaupt.

00:34:58: Und oft entsteht das Gefühl, man würde ständig irgendwo zu kurz greifen.

00:35:03: Und genau deshalb möchte ich dir ein kleines, sehr alltagstaugliches Kapitel mitgeben, ohne Perfektionsdruck bitte, ohne Idealbilder, sondern aus der echten Realität heraus.

00:35:14: Also, es geht darum, erstmal ein Realitätscheck zu machen statt den Mythos.

00:35:19: Wir alle kennen den Mythos.

00:35:21: Wer seine Kinder liebt und seinen Job liebt, muss beides perfekt können.

00:35:25: Aber die Realität ist halt viel menschlicher.

00:35:27: Du wechselst jeden Tag zwischen verschiedenen Rollen und Prioritäten verschieben sich ständig.

00:35:33: Mal brauch dich dein Kind mehr, mal dein Job.

00:35:36: Und du musst nicht jeden Tag in beiden Bereichen glänzen.

00:35:38: Manchmal ist es einen Seventig, Dreißig Tag, manchmal einen Fünfzig, Fünfzig.

00:35:42: Und manchmal auch ein Neunzigzehn.

00:35:45: Und alles ist völlig okay.

00:35:47: Das Zweite ist klar zu kommunizieren im Job, ohne schlechtes Gewissen.

00:35:53: Viele Mütter tragen innerlich den Wunsch, beruflich einfach weiter zu machen, so wie vorher.

00:36:00: Aber gute Arbeitsbedingungen entstehen selten von selbst.

00:36:03: Sie entstehen durch klare Kommunikation.

00:36:07: Für solche Gespräche empfehle ich drei einfache Klarheiten.

00:36:11: Erstens, was brauche ich?

00:36:12: Zweitens, was kann ich geben?

00:36:14: Drittens, was ist für beide Seiten realistisch?

00:36:19: Und weil, ich weiß, das weiß ich aus meiner Praxis, dass viele ganz gerne so einen richtigen Satz hätten, der ihnen als Beispiel dient.

00:36:27: habe ich hier auch einen Satz entwickelt, der heißt, zum Beispiel könnte man sagen, ich arbeite effizient und zuverlässig.

00:36:33: Und damit ich das stabil halten kann, brauche ich zwei feste Tage Homeoffice und Meetingzeiten zwischen zehn und fünfzehn Uhr.

00:36:39: Und im Gegenzug übernehme ich die Dokumentation im Team und liefere die vereinbarten Ergebnisse bis Freitag, Nachmittag.

00:36:45: Das wirkt dann nicht entschuldigen, sondern professionell und gleichzeitig hat auch realistisch für ein Leben mit Kindern.

00:36:54: Ja, dann die Gut genug Woche, also ein hilfreicher Rahmen.

00:36:57: Wir haben da vorhin schon mal gesprochen, ist auch die Gut genug Woche und das ist kein strenger Plan, sondern ein Orientierungspunkt und sie enthält feste Kinderroutinen, zwar echte Fokusblocke für die Arbeit, eine Stunde Paar oder Me Time und eine kleine Familienfreude.

00:37:15: Und mehr braucht eine Woche nicht, um gut zu sein.

00:37:19: Und zusätzlich empfehle ich noch zwei Puffer, nämlich neunzig Minuten ohne Zweck.

00:37:23: nur dafür da, unvorhergesehenes Abzufangen und diese kleinen Polster machen den Alltag weicher.

00:37:32: Ja, der nächste Punkt wären mentale Schutzräume zwischen den Rollen.

00:37:37: Der schwierigste Moment ist halt oft der Wechsel vom Jobmodus in den Familienmodus.

00:37:45: Und ein Mini-Ritual kann dir enorm helfen, diesen Kopf umzuschalten.

00:37:50: Und das können neunzig Sekunden sein, zum Beispiel, bevor du dein Kind abholst.

00:37:56: Du könntest Folgendes machen.

00:37:57: Einmal tief.

00:37:59: Im Rhythmus atmen.

00:38:00: Wenn du dich im Vier-Sächser-Rhythmus oder Block-Rhythmus, wie auch immer, also einfach tief ein- und ausatmen.

00:38:08: Und die Hand ans Herz legen und innerlich sagen, ich bin Mama im Gut genug Modus.

00:38:19: Und damit kommt dein Nervensystem runter und du landest tatsächlich im Bindungsmodus und nicht im Leistungsmodus.

00:38:29: Ja, Punkt fünf wären so Schuld zu entgiften mit drei ganz einfachen Fragen.

00:38:34: Also wenn so Schuld hochkommt, so innerliche Schuld, dann kannst du dir ganz kurz drei kurze Fragen stellen.

00:38:42: Ist das heute wirklich wichtig?

00:38:45: Ist das meine Erwartung oder die Erwartung von anderen Kollegenchefs?

00:38:50: Oder wie würde die Achtzig-Prozent-Version aussehen, die völlig reicht?

00:38:55: Also solche Mikrofragen, die entgiften den Moment und die bringen dich aus diesem Perfektionsanspruch heraus zurück in die Realität.

00:39:08: Ja, dann empfehle ich sehr gerne, wenn du mit einem Partner oder Co-Parent erziehst.

00:39:13: Dann empfehle ich ein kurzes Wochenmeeting.

00:39:16: Und zwar vier Punkte, nicht mehr.

00:39:18: Also nicht so was ausrufern, sondern kurz und knapp.

00:39:22: Kalenderabgleichen, den Engpass pro Person zu identifizieren, ein kleines Highlight fürs Kind und die Regenerationszeit für jeden Erwachsenen.

00:39:34: Und die wichtigste Regel lautet, wer eine Aufgabe übernimmt, übernimmt sie komplett ohne Nachkontrolle.

00:39:42: Und das reduziert Streit und Schaft.

00:39:46: Klarheit.

00:39:48: So, und bei all diesen Strukturen, all diese Routinenwirkenheit, noch besser, wenn das innere Kritikerradio leiser geschaltet wird.

00:39:55: Und deshalb gehen wir jetzt gemeinsam in die Toolbox, die genau dafür gedacht ist, nämlich Krübel schleifen zu stoppen, dir so ein Stop-Markt zu setzen.

00:40:10: Das Erste heißt Stop, ich habe Krübeln erkannt.

00:40:14: Dich dann zu fragen, wofür will das Grübeln mich schützen, also vor Schaben, vor Konflikten, vor Kontrollverlust.

00:40:23: Und dann so eine Mikrohandlung, die kleinste machbarer Aktion.

00:40:28: Glaswasser trinken, drei Minuten kuscheln.

00:40:31: Und eine Rehbewertung.

00:40:33: Welche neue Bedeutung ist heute hilfreicher?

00:40:35: Und dann den Anker, also die Hand wieder aufs Brustbein und den Satz.

00:40:40: Ich bin gut genug.

00:40:42: Heute reicht achtzig Prozent.

00:40:45: Es ist eine ganz süße, kurze Geschichte, um grübel Schleifen zu stoppen.

00:40:52: Ja, was kannst du noch tun?

00:40:53: Ein Beweistagebuch, also täglich drei Beweise, dass du ausreichst, nicht perfekt, sondern ein Beweis für dich als Mensch, als Mutter und als Arbeitsmensch.

00:41:05: Selbstgefühl, selbst Mitgefühl, die Frage, die du dir stellen darfst.

00:41:11: Um so ein sechzig Sekunden Reset zu erreichen, was würde meine beste Freundin jetzt sagen?

00:41:16: und sagt genau das zu dir, laut oder leise.

00:41:20: Dann macht ihr eine Good Enough Home Checkliste, Küche OK, Kindersatt und Sicher, zwanzig Minuten Aufräumtimer und der Rest heißt Leben dürfen.

00:41:31: Und dann Grenzen in einem Satz zu sagen.

00:41:36: Ja, was könnte so was sein?

00:41:38: Danke fürs Teil, das passt gerade nicht für uns.

00:41:40: Wir machen es so und so und melden uns, wenn sich was ändert.

00:41:44: Genau, stopp sagen, kannst du sagen.

00:41:47: Ja und ganz zum Schluss, da lade ich dich wieder ein, ganz sanft in eine kurze Trance.

00:41:54: Also hör dir den Bonus-Track an, der da gleich hinterher noch zu lauschen lässt.

00:42:00: Du liebe, wenn dich diese Folge berührt hat, dann teise gern mit einer Mutter, die das hören sollte.

00:42:07: Damit hilfst du mir, damit hilfst du ihr.

00:42:10: Du machst den Podcast größer und bekannter.

00:42:13: Also würde ich mich sehr darüber freuen.

00:42:15: Ich danke dir, dass du da warst und dass du da bist.

00:42:18: und vergiss nicht, deine Kinder brauchen dich und nicht die perfekte Version von dir.

00:42:26: Vielen Dank fürs Zuhören.

00:42:27: Ich freue mich auf Feedback, aufs Weiterleiten und natürlich auch auf den Daumen hoch.

00:42:33: Alles alles Liebe für dich, alles Gute.

00:42:36: Deine Martina.

00:42:37: Tschüss.

00:42:39: Bonus Track

00:42:40: Ja, schön, dass du dran geblieben bist.

00:42:42: Hier ist der versprochene Bonus Track, eine kurze Trance, die dir vielleicht gut tut, dich entspannt und runterholt.

00:42:52: Also schließe, wenn es geht, die Augen.

00:42:55: Atmet dir fein und vor allen Dingen länger aus.

00:43:01: Mit jeder Ausatmung lässt du Erwartungen los, die nicht zu dir gehören.

00:43:10: Stell dir vor, Du sitzt auf einer Bank im Grünen.

00:43:15: Neben dir liegt ein Rucksack.

00:43:20: Alles, was nicht deins ist, vergleiche, Perfektionsdruck, Kommentare.

00:43:29: Legst du symbolisch in den Rucksack und stellst ihn neben die Bank.

00:43:39: Jetzt legst du die Hand aufs Herz.

00:43:42: Spüre die Wärme.

00:43:44: Sag innerlich.

00:43:47: Ich bin genug.

00:43:53: Meine Kinder brauchen keine perfekte Mutter.

00:43:56: Sie brauchen mich.

00:44:00: Ich bin genug.

00:44:06: Sie drei kleine Momente deiner Woche, in denen du genug warst.

00:44:12: Ein Blick, ein Lächeln, eine Umarmung.

00:44:21: Atme das ein.

00:44:23: Verankere es in deinem Körper.

00:44:27: Vielleicht als sanftes Leuchten in deiner Brust.

00:44:32: Und wenn du bereit bist, dann öffne die Augen.

00:44:38: Nimm diesen Satz mit.

00:44:41: Heute reichen achtzig Prozent.

00:44:47: Ich bin genug.

00:44:51: Alles Liebe, alles Gute.

00:44:54: Deine Martina.

00:44:57: Tschüss, tschüss.

00:45:02: Vielen Dank fürs Zuhören.

00:45:03: Wir hoffen, diese Folge konnte dir helfen.

00:45:05: Wenn du Fragen, Feedback oder Themenvorschläge hast, schicke uns gerne eine Mail an me-at-fmat-coaching.de.

00:45:14: Ebenso würden wir uns sehr darüber freuen, wer du den Podcast abonnierst und eine kurze Bewertung hinterlässt.

00:45:20: Danke und bis bald!

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