#34: Zwangsstörung: Ekel, Panik, Ritual – Was Emetophobie mit OCD zu tun hat

Shownotes

In dieser Folge spreche ich über eine der häufigsten Kombinationen meiner therapeutischen Arbeit: Emetophobie und zwanghaftes Verhalten.

Viele Betroffene wissen nicht, dass ihre Angst vor Übelkeit und Erbrechen längst in eine Zwangsstörung übergegangen ist: Sie fragen nach, googeln stundenlang Symptome, meiden Restaurants, Feiern, Kindergärten. Dabei merken sie: Es wird nicht besser, sondern mehr. In „Leben ohne Angst“ erkläre ich, warum das passiert – und was wirklich hilft.

In dieser Folge erfährst du:

  • was Emetophobie bedeutet – und warum sie so viel mehr ist als normaler Ekel
  • wie aus einer Angst ein Zwang entsteht – und was dabei im Gehirn vorgeht
  • warum klassische Therapie oft nicht ausreicht – und welche Methoden wirklich wirken

Ich stelle vier echte, beeindruckende Fallbeispiele aus meiner Praxis vor und zeige, wie Angst kombiniert mit Zwängen bei Berufstätigen, Studenten und Eltern auftreten.

Es tut gut zu wissen: Was du durchlebst, erleben viele Frauen und Männer, auch Jugendliche und Kinder – und es gibt erprobte Wege heraus aus der Spirale der Angst und Zwänge.

Kennst du schon EMUNIS®? Die Abkürzung steht für: Emetophobie Muss Nicht Sein. Das ist dein Hybrid-Kurs mit Online-Therapie gegen Emetophobie, mit mir als persönlicher Begleiterin. EMUNIS® habe ich für alle entwickelt, die sich Veränderung wünschen und zeitlich und räumlich flexibel sein wollen. https://www.effmert-coaching.de/schwerpunkte/emetophobie/emunis

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Dieser Podcast ist eine Produktion von STUDIO VENEZIA – the podcast company: https://www.studiovenezia.de/

Transkript anzeigen

00:00:00: Emitophobie ist eine echte ernsthafte Angststörung.

00:00:03: Sie isst keine Einbildung, sie ist keine Schwäche und keine Marotte.

00:00:09: Sie ist eine Erkrankung die das Leben von Betroffenen von innen heraus organisiert.

00:00:14: Und die oft so still und unsichtbar ist dass niemand im Umfeld wirklich versteht was gerade passiert.

00:00:34: Hallo und herzlich willkommen bei Leben ohne Angst, dem Podcast der sich mit allem beschäftigt was uns innerlich festhält einengt und manchmal das leben so unglaublich schwer macht.

00:00:45: Schön dass du wieder dabei bist und falls du das erste mal rein hörst ich freue mich besonders über dich denn da ist.

00:00:51: worüber ich heute spreche könnte für dich oder jemanden den du liebst ein echter Wendepunkt sein.

00:00:58: Mein Name ist Martina Effmert, ich bin Heilpraktikerin für Psychotherapie und Heilpaktikerin und Coach.

00:01:03: Und ich arbeite in einer Praxis in Düsseldorf aber auch online und ganz insbesondere mit Menschen die unter Ängsten leiden – unter Essstörungen, unter Zwängen!

00:01:13: Und ganz besonders unter einem Thema das noch viel zu wenig bekannt ist obwohl es so viele Menschen betrifft?

00:01:20: Die E-Methophobie Emythophobie, die Angst vor Übelkeit und Erbrechen.

00:01:25: Ich habe mich genau auf diese Erkrankung spezialisiert und das seit vielen, vielen Jahren mit Tausenden von Fällen, die durch meine Praxis gegangen sind.

00:01:33: Und ich kann dir sagen, dieser Angst ist real!

00:01:35: Sie isst mächtig und sie kann ein Leben komplett auf den Kopf stellen.

00:01:41: Heute möchte ich mit dir über etwas sprechen, dass viele Betroffenen ja so gar nicht benennen würden und dass trotzdem bei einem sehr großen Teil meiner Patientinnen und Patienten eine riesige Rolle spielt.

00:01:55: Es geht um den Übergang von der Immetophobie in den Zwang, in die sogenannte OCD-Zwangsstörung.

00:02:03: Denn was viele nicht wissen, Immetophobia und Zwänge gehen ganz häufig so Hand in Hand!

00:02:10: Die Angst alleine wäre ja schon belasten genug.

00:02:12: aber wenn dann Rituale, Vermeidungsverhalten und Kontrollzwänge dazukommen?

00:02:18: Dann wird das Leben für die Betroffenen wirklich zur reinsten Gefangenschaft.

00:02:24: Ich habe da schon mehrere Podcastaufnahmen zu aufgenommen, auch mit Betroffenen die darüber berichten und erzählen.

00:02:29: aber heute würde ich dir das ganz gerne, ich sag mal einmal ja sozusagen durch erklären.

00:02:35: Ich möchte heute einfach erklären wie das passiert?

00:02:37: Und warum das passiert was dabei im Kopf und im Körper vorgeht und ich werde dir wieder echte Fallbeispiele aus meiner Praxis zeigen natürlich anonymisiert damit du siehst Du bist damit nicht alleine Und ich werde dir zeigen, welche Wege wirklich aus diesem Teufelskreis herausführen.

00:02:57: und eine kleine Vorwarnung vorab.

00:03:00: Dieses Thema ist sehr intensiv es geht wirklich ans Eingemachte aber genau das ist es was diesen Podcast ausmacht.

00:03:07: wir reden hier nicht drum herum Wir schauen hin denn nur wer hinschaut der kann etwas verändern.

00:03:14: also hole erst ein T setz dich hin und lass uns gemeinsam in dieses Thema eintauchen.

00:03:18: Das lohnt sich wirklich Versprochen.

00:03:21: Fangen wir ganz von vorne an, denn bevor wir über Zwänge sprechen können müssen wir verstehen womit es überhaupt zu tun haben.

00:03:30: Emitophobie – ein Wort das die meisten Menschen noch nie gehört haben.

00:03:35: und genau das ist eines der größten Probleme für all diejenigen, die darunter leiden!

00:03:41: Denn wenn du nicht weißt dass das was du erlebst einen Namen hat dann glaubst du?

00:03:47: Du bist einfach nur komisch oder übertrieben oder schwach, oder verrückt.

00:03:52: Nein, glaub mir du bist es nicht!

00:03:55: Emetrophobie das ist die intensive irrationale Angst vor dem Erbrechen.

00:03:59: Vor dem eigenen Erbrächen aber auch vor dem erbrechen anderer Menschen.

00:04:04: Manche haben Angst davor sich zu übergeben.

00:04:07: Mancher haben Angst dabei zu sein wenn jemand anderes es tut.

00:04:11: Manch haben Angst vor Übelkeit.

00:04:13: allein das Gefühl im Bauch reicht aus um zum Beispiel eine handfeste Panikattacke auszulösen.

00:04:19: Und manche haben Angst, vor allem dass alles gleichzeitig vielleicht passiert.

00:04:25: Das klingt vielleicht auf den ersten Blick nach einer kleinen Macke oder nach einer Marotte aber ich versichere dir wer das denkt der hat wirklich noch nie mit jemandem gesprochen der wirklich unter Emitophobie leidet.

00:04:39: Ekel ist halt völlig normal, Emitophobia nicht!

00:04:43: Es ist völlig normal dass Menschen Ekel vor dem Thema Erbrechen erpfinden Und das ist sogar biologisch sinnvoll, weil unser Körper der hat diesen Ekelreflex um uns vor gefährlichen Substanzen zu schützen und natürlich kein Mensch findet Erbrechen angenehm.

00:05:00: Das ist überhaupt keine Frage!

00:05:02: Aber bei der Emetophobie geht das weit über normalen Ekel heraus.

00:05:07: Bei der Emethophobien dreht sich das gesamte Leben um diese eine Angst.

00:05:12: Betroffene denken den ganzen Tag daran sie plan ihren Alltag so dass sie dem Thema so gut wie möglich aus dem Weg gehen können.

00:05:20: Sie vermeiden bestimmte Situationen, bestimmte Lebensmittel, bestimmten Menschen und bestimmte Orte – und trotzdem oder gerade deswegen wird die Angst immer größer!

00:05:33: Ich möchte dir jetzt mal ein Bild davon geben, wie sich diese Angst wirklich anfühlt, so von innen.

00:05:38: Stell dir vor du wachst morgens auf und der erste Gedanke ist, fühle ich mich heute gut?

00:05:44: Ist mir schlecht?

00:05:45: Könnte mir schlecht

00:05:46: werden?!

00:05:47: Du liegst noch im Bett und checkst schon deinen Körper ab.

00:05:50: Du horchst in dein Bauch hinein, du analysierst jedes kleine Zwicken jede Bewegung im Magen.

00:05:58: dann frühstückst du aber nur bestimmte Dinge.

00:06:01: Dinge von denen du weißt dass sie dir nicht schaden können.

00:06:04: Dinge die du kennst wie du kontrollieren kannst Neues auszuprobieren?

00:06:09: Ausgeschlossen!

00:06:10: Ein Restaurant?

00:06:11: Jaa aber nur wenn du weisst das du der Küche wirklich vertrauen kannst.

00:06:15: und selbst dann kreisen die Gedanken.

00:06:19: Du gehst raus, aber du achtest genau darauf wo du bist.

00:06:22: Ist eine Toilette in der Nähe?

00:06:24: Was mache ich wenn mir schlecht ist?

00:06:26: Was mach' ich wenn jemand neben mir….

00:06:27: na du warst schon!

00:06:29: Du bist auf einer Party alle lachen Aber du beobachtest heimlich jeden der Alkohol trinkt Und du planst schon deinen Fluchtweg.

00:06:37: und genau das ist Emitophobie.

00:06:39: Das ist kein Lifestyle, das ist nicht das was auf TikTok irgendwo drauf und runter vielleicht erzählt wird.

00:06:44: Emitophobia is wirklich kein Lifestyle!

00:06:48: Ich bin ein bisschen empfindlich.

00:06:50: Nein es ist eine Angst die das gesamte Leben durchtrinkt jeden Tag jede Stunde und jeden Moment.

00:06:56: So.

00:06:57: dann kommen die körperlichen Symptome dazu denn die Ironie bei der Emitrophoby ist wirklich grausam weil Die Angst vor der Übelkeit erzeugt Selbstübelkeit.

00:07:08: Das ist schon echt gemein!

00:07:10: Das Nervensystem reagiert auf Angst mit Stressreaktionen.

00:07:15: Der Magen zieht sich zusammen, also die Verdauung stockt Manche bekommen davon Schwindel, Schweißausbrüche, Herzrasen.

00:07:21: und dann kommt das Gehirn und sagt siehst du mir isst wirklich schlecht.

00:07:26: ich hatte recht?

00:07:27: Die Angst war berechtigt.

00:07:29: aber nein Übelkeit kommt von der Angst nicht von einem Virus, nicht vom schlechten Essen.

00:07:35: Von der Angst selbst und das ist der Teufelkreis, der für Betroffene kaum zu durchschauen ist.

00:07:43: Ja und wie kommt es dann zur Essstörung?

00:07:46: Also die Verbindung zur Esssteuerung da würde ich auch gerne sehr kurz darauf eingehen weil das ist etwas was in meiner täglichen Arbeit mir immer wieder begegnet.

00:07:55: Es ist die enge Verbindung zwischen Emitophobie- und Essstörungen Denn wenn du Angst hast dich zu übergeben, dann kontrollierst du zwangsläufig auch was du isst.

00:08:05: Du vermeidest bestimmte Lebensmittel!

00:08:08: Du isst kleinere Mengen, du meidest Situationen in denen du keine Kontrolle über das Essen hast – was heißt das?

00:08:15: Restaurants, Schulkantinen, Kindergeburtstage, Familienfeste und so weiter... Bei vielen meiner Patienten hat sich daraus eine handfeste Essstörung entwickelt.

00:08:25: Manchmal sieht es von außen aus wie ne Magersucht.

00:08:29: Manchmal we are fit, das ist eine sehr selektive Essstörung bei der nur bestimmte vertraute Lebensmittel gegessen werden.

00:08:38: Das ist übrigens einer der häufigsten Verwechslungen die mir in der Praxis begegnet und eine die wirklich auch fatale Folgen haben kann Denn wer eine Essstimmung behandelt ohne die dahinter liegende Emitophobie zu erkennen Der behandelt halt nur die Oberfläche Und das passiert halt leider immer noch nicht So selten, also eigentlich ziemlich oft.

00:09:00: Ein Fallbeispiel aus der Praxis und zwar ist das Sahra, die ist vierunddreißig.

00:09:05: Die Kernausgabe von ihr ist eigentlich... Ich habe mir meinen Job aufgegeben weil die Kantine zu nah war.

00:09:10: Ja wie kam es dazu?

00:09:12: Also Sahra war vierund dreißig als sie hier zu mir kommen.

00:09:15: Dies intelligent erfolgreich und hat sehr lang in einem großen bekannten Unternehmen gearbeitet.

00:09:21: aber die ist jetzt seit zwei Jahren krankgeschrieben.

00:09:25: Peng!

00:09:25: Und der Auslöser.

00:09:27: Eine Kollegin hatte sich an einem Arbeitstag übergeben, und zwar auf der Toilette direkt neben dem Büro.

00:09:34: Und Sarah hat es gehört!

00:09:36: Von diesem Moment an praktisch hat sich ihr Leben komplett verändert.

00:09:41: Zuerst hat sie angefangen die Toiletten zu meiden, dann den Gang davor, dann die gesamte Etage... Ja, dann hat sie anfangen von zu Hause zu arbeiten.

00:09:49: aber auch das hat eigentlich nicht geholfen weil sie die Angst ja im Prinzip mitgenommen hat.

00:09:56: Nicht mehr ertragen konnte war die Kantine.

00:09:57: Die Kantine war tatsächlich drei Stockwerke entfernt, sie hat sie nicht benutzt.

00:10:03: aber allein die Vorstellung dass dort Essen zubereitet wird das dort Menschen essen, dass dort irgendjemand vielleicht irgendwann na du weißt schon schlecht wird Das hat ausgereicht.

00:10:16: und Sarah sagte mir dann beim ersten Geschritt berg ich so ja sie schämt sich dabei sehr dass sie geweint hat.

00:10:22: Ja weil sie findet es selber so absurd.

00:10:26: Ja und ich sage ihr dasselbe, was ich dir jetzt auch sage.

00:10:29: Das ist nicht absurd!

00:10:31: Das ist Emetophobie und das ist behandelbar.

00:10:35: Ich denke du hast verstanden und möglicherweise kennst du es ja auch selbst, was Emetophobia ist und wie sich das anfühlt und wie sie den Alltag durchtrinkt.

00:10:44: Aber heute geht es mir in diesem Podcast um mehr.

00:10:48: Heute geht es mit dem nächsten Schritt nämlich den nächsten Schritt von der Angst in den Zwang hinein.

00:10:56: Okay, was ist OCD?

00:10:58: Also OCD steht für obsessiv... nein.

00:11:03: OCD!

00:11:04: Steht für obsessive compulsive disorder.

00:11:07: also auf Deutsch ist mir sehr viel lieber Zwangsstörung und ich weiß was viele jetzt denken.

00:11:13: ach Zwangstörung das ist doch das mit dem Händewaschen oder das ist auch das mit den Lichtschalter der zwanzigmal betätigt wird.

00:11:20: jaja das gibt es Aber OCD ist halt noch viel mehr als das.

00:11:27: Und OCD, das bedeutet im Kern es gibt einen auslösen Gedanken ein Gedanken der Angst macht, der sich auftränkt, den nicht los lässt.

00:11:38: und als Reaktion auf diesen Gedanken gibt es eine Handlung – eine Zwangshandlung etwas dass die Angst dann kurzfristig lindert, dass das Gefühl von Kontrolle sozusagen zurückbringt zumindest für einen Moment abbaut.

00:11:56: Okay, und genau das ist jetzt das Problem nur für den Moment.

00:12:00: Denn danach kommt der Gedanke wieder – und zwar stärker und hartnäckiger!

00:12:05: Und die Zwangshandlung muss dann wiederholt werden vielleicht ein bisschen öfter, ein bisschen intensiver und so wächst der Zwang und die Angst, die wächst mit dem.

00:12:17: Wenn ihr uns anschauen wollen warum im Metaphobie so häufig in Zwänge mündet?

00:12:22: Wie kommt

00:12:22: das?!

00:12:23: Emitophobie ist per Definition eine Angststörung, die auf Kontrolle ausgerichtet ist.

00:12:29: Also Betroffene versuchen alles unter Kontrolle zu halten was möglicherweise mit Übelkeit oder Erbrechen in Verbindung stehen könnte das Essen, die Umgebung Die Menschen in der Nähe den eigenen Körper, die eigenen Gedanken Das es ein Kontrollbedürfnis des niemals wirklich befriedigt werden kann weil das Leben nun mal nicht kontrollierbar ist weil Viren existieren, weil andere Menschen sich halt auch übergeben können.

00:13:00: Und genau in diese Lücke – nämlich in die Lücke zwischen dem Wunsch nach totaler Kontrolle und die Möglichkeit sie zu erreichen da drängen sich die Zwänge!

00:13:13: Die Zwänge fühlen sich erst mal wie eine Lösung an was ich damit meines.

00:13:18: also wenn ich das tue dann bin ich sicher Das Ritual durchführe, dann kann ich aufhören Angst zu haben.

00:13:27: Aber glaub mir das stimmt nicht!

00:13:30: Die Zwänge sind keine Lösung sie sind viel mehr ein Teil des Problems Wenn wir uns jetzt diesen Teufelskreis im Modell einmal anschauen.

00:13:43: also Ich möchte dir diesen Mechanismus wirklich jetzt ganz genau erklären weil er beginnt mit einem Gedanken einem ganz normalen alltäglichen Auslöser.

00:13:57: Vielleicht hört jemand, dass in der Kita ein Kind krank war oder vielleicht riecht man etwas Unangenehmes und dieser Gedanke löst Angst aus körperliche Angst.

00:14:11: das heißt Das Herz klopft Der Magen zieht sich zusammen Die Hände werden feucht Der Atem wird flacher Und jetzt such das Gehirn nach Erleichterung, nach Kontrolle.

00:14:25: Und dann kommt die Zwangshandlung und für einen Moment – für einen wirklich kurzen trügerischen Moment – da hilft es.

00:14:35: Die Anspannung lässt nach.

00:14:38: Das Gehirne registriert.

00:14:40: Wow!

00:14:41: Die Handlung hat die Angst reduziert.

00:14:44: Also merkt es sich?

00:14:46: Das funktioniert.

00:14:47: Tut das wieder Aber dann kommt der nächste Gedanke.

00:14:51: Und er ist ein kleines bisschen stärker als der letzte.

00:14:55: und genau so wächst der Kreislauf, so wird aus einer Angst einen Zwang!

00:15:03: Also wenn wir uns jetzt so typische Zwangsrituale bei der Emitophobie anschauen, dann begegnen mir in der Praxis immer wieder dieselben Muster – ich möchte sie dir nennen aber natürlich auch damit sich Betroffene hier erkennen können.

00:15:20: Was ist das zum Beispiel?

00:15:21: Das googeln.

00:15:22: Ja, vielleicht wunderst du dich dass ich damit anfange ja aber es ist tatsächlich das googeln also stundenlang täglich manchmal sogar nachts.

00:15:30: Betroffene suchen nach Symptomen Nach Viren nach Ausbrüchen von Magendarmerkrankungen in der Region.

00:15:39: Es gibt kurzfristig das Gefühl vom Kontrolle Aber es verstärkt die Angst massiv.

00:15:46: Dass Nachfragen und Rückversicherungen mir ist nicht schlecht oder Du siehst gut aus oder bist du vielleicht doch krank?

00:15:54: Aber auch diese Rückversicherung, dieses Nachfragen.

00:15:58: Auch das gibt nur einen Moment der Erleichterung.

00:16:01: Das übermäßige Händewaschen und Desinfizieren.

00:16:04: Türklinken werden nicht mehr angefasst Einkaufswagen nur mit Handschuhen.

00:16:08: Alles was von außen kommt wird desinfiziert.

00:16:12: Dazu gehört natürlich auch das vermeidenen Rückzug.

00:16:15: Restaurants öffentliche Verkehrsmittel Kindergeburtstage Familienfeiern Alles, was potenziell mit dem Thema in Berührung kommen könnte wird gemieden.

00:16:26: Das heißt der Aktionsradius wird immer kleiner.

00:16:30: Dass Kontrollieren von Lebensmitteln nur bestimmte Dinge werden gegessen – nur selbstgekochtes Nichts aus fremden Küchen!

00:16:38: Nichts, das man nicht kontrollieren kann.

00:16:42: Und auch hier habe ich dir ein Fallbeispiel aus meiner Praxis mitgebracht.

00:16:45: Diesmal einen junger Mann Markus, Ja und Markus hat so im Kernsatz gesagt, ich habe jeden Abend Stunden lang gegoogelt ob ich mich angesteckt haben könnte.

00:16:59: Ich weiß dass das keinen Sinn macht aber ich kann damit nicht aufhören.

00:17:05: Also Markus kommt zu mir als er achtundzwanzig ist.

00:17:07: Er arbeitet in dem IT Bereich.

00:17:09: der sitzt den ganzen Tag vor dem Computer Was ja eigentlich ideal ist für jemanden, der an Emitophobie erkrankt ist.

00:17:15: Aber Markus Zuhause ist längst kein sicherer Ort mehr denn Markus googelt jeden Abend manchmal schon am Nachmittag wenn die Unruhe beginnt.

00:17:25: er sucht nach Magendarm Viren in seiner Stadt.

00:17:28: Er liest Foren in den Menschen schreiben dass ihre Kinder krank waren.

00:17:33: Manchmal sitzt der so zwei bis drei Stunden vor dem Bildschirm und manchmal findet Markus etwas Einbericht eine Meldung Und dann beginnt das Prüfen des eigenes Körpers, ist mir schlecht.

00:17:45: Habe ich Bauchschmerzen?

00:17:46: Und er fragt seine Freundin, es sieht doch gut aus oder?

00:17:49: und sie sagt Ja!

00:17:52: Für eine Stunde nur eine Stunde ist es besser.

00:17:55: Und Markus ist nicht schwach und Markus auch nicht verrückt.

00:17:58: Markus hat eine Erkrankung die behandelt werden kann ja und dazu kommen wir natürlich auch noch mal später.

00:18:06: also ich denke wir haben jetzt verstanden wie diese Zwänge entstehen, weil das ist mir wirklich wichtig.

00:18:12: Aber ich möchte noch tiefer gehen!

00:18:13: Ich möchte dir zeigen, wie sich das im ganz normalen Alltag anfühlt in den kleinen Momenten und in den Situationen die für die meisten Menschen völlig selbstverständlich sind und für Betroffene halt zur täglichen Herausforderung werden.

00:18:30: Denn E-Methophobie und Zwänge, dass es nicht nur etwas, was in Ausnahmesituationen passiert Das ist etwas, das morgens beginnt wenn der Wecker klingelt und abends häufig noch da ist, wenn man versucht einzuschlafen.

00:18:47: Fangen wir mit den Ernährungszwängen und dem Kontrollverhalten beim Essen an.

00:18:53: Essen ist ja für die meisten Menschen wirklich ein Genuss also es ist Gemeinschaft, das steht für Lebensfreude.

00:18:59: Für jemanden mit Emitophobie und den dazugehörigen Zwängen ist Essen vor allen Dingen eins – und zwar ein Risiko!

00:19:07: Das heißt, jedes Lebensmittel wird bewertet.

00:19:10: Ist das noch frisch?

00:19:12: Könnte das vielleicht schlecht sein?

00:19:14: Wurde das hygienisch zubereitet, kenne ich die Zutaten?

00:19:18: Viele Betroffenen haben eine sehr kurze Liste von sogenannten sicheren Lebensmitteln – also Dinge, die sie kennen und selbstzubereitet haben.

00:19:28: Das klingt jetzt vielleicht nach einer kleinen Einschränkung aber stell dir vor was das im Alltag bedeutet!

00:19:35: Das heißt nämlich kein spontanes Mittagessen mit Kollegen.

00:19:38: Kein Restaurantbesuch beim Geburtstag der Freundin, keinen Familienessen bei den Schwiegereltern, keinen Urlaub weil im Ausland das Essen ja sowieso unbekannt ist.

00:19:47: also das Leben zieht sich zusammen und zwar Mahlzeit für Mahlzeiten.

00:19:53: Und dann kommen die Rituale rund ums Essen Also das Prüfen von Haltbarkeitsdaten mehrfach Das Riechen an Lebensmitteln, bevor sie zubereitet werden.

00:20:03: Das Kontrollieren der Kerntemperatur beim Kochen.

00:20:07: Das Wegwerfen von Lebensmittellen bei denen man sich nicht hundertprozentig sicher ist auch wenn es ihnen auch völlig gut sind.

00:20:15: Der nächste Punkt ist die soziale Isolation unter Rückzug weil da gibt es diese soziale Komponente die vielleicht die schmerzhafteste von allen ist Denn Zwänge rund um Emitophobie führen fast zwangsläufig auch wie schönste.

00:20:32: Zu sozialem Rückzug?

00:20:33: nicht, weil Betroffene keine Menschen mögen.

00:20:35: Nein, nein!

00:20:37: Sondern weil Menschen für sie unberechenbar sind.

00:20:41: Warum?

00:20:41: Weil Menschen krank werden können.

00:20:44: Was bedeutet das im Alltag?

00:20:46: Partys werden abgesagt Einladungen werden mit Ausreden abgelehnt Dann fangen an die Freundschaften zu bröckeln, weil man ja eh nie dabei ist.

00:20:57: Die Beziehungen leiden, weil der Partner irgendwann nicht mehr versteht, warum er schon wieder nicht mitkommen kann und ich erlebe in meiner Praxis immer wieder Menschen, die wirklich jahrelang – fast Jahrzehntelang ein Doppelleben geführt haben nach außen hin funktionierend aber im Inneren gefangen Die sich so sehr geschämt haben für das, was in ihnen vorgeht.

00:21:20: Dass sie niemanden davon erzählt haben und das begegnet mir im Moment sehr häufig.

00:21:26: Das sind gar nicht die Jugendlichen, die TikTok Generation sondern tatsächlich sorry, die etwas älteren Patienten, Patientinnen, Patienten, die das wirklich zwanzig, dreißig Jahre mit sich bisher rumgetragen haben und jetzt vielleicht durch TikTok oder durch Instagram drauf aufmerksam gemacht werden?

00:21:44: Ach ja Gott!

00:21:45: Ich bin ja gar nicht verrückt Das scheint ja doch eine Krankheit zu sein.

00:21:49: Ja, und das ist wirklich eine unglaubliche Last.

00:21:52: Und das möchte ich sehr stark würdigen auch jetzt hier in diesem Podcast, weil es ist wirklich ne Last die muss man nicht tragen!

00:22:01: Wenn wir uns dann auch anschauen wollen welche Auswirkungen hat das auf die Familie?

00:22:05: Auf Partnerschaft oder auf Kinder?

00:22:07: also weil Emmetophobie und Zwänge das betrifft nie nur eine Person, weil sie breiten sich aus auf die.

00:22:17: Die Partner werden oft sowieso zu komplizten.

00:22:21: Sie übernehmen dann Aufgaben, zum Beispiel die der Betroffene nicht mehr erledigen kann.

00:22:26: Zum Beispiel beantworten sie diese Rückversicherungsfragen wieder und wieder weil sie ja helfen wollen.

00:22:32: Das machen auch sehr viele Eltern gibt es einen extra Podcast so mit Ängsten bei Kindern hört ihr gerne rein.

00:22:39: aber genau dadurch nämlich genau durch diese eigentlich gut gemeinte Hilfe verstärken sie den Zwang Und das fällt also in der Therapie ist es sehr, sehr auffällig.

00:22:51: Weil im Prinzip geht es da um diese Anpassung des Umfelds an die Erkrankungen und das ist einer der größten Faktoren, die dann dazu beiträgt dass die Erkrankung chronisch wird.

00:23:03: Ja kommen wir zu den Kindern.

00:23:05: Kinder nehmen ja alles wahr auch wenn Eltern glauben dass sie ihre Angst gut verstecken können.

00:23:11: Kinder spüren wenn die Mama oder der Papa angespannt ist beim Essen Oder wenn der Papa oder die Mama sich immer wieder die Hände wäscht.

00:23:20: Und Kinder lernen halt durch Beobachtung und das ist kein Vorwurf an betroffene Eltern, dass es ein Mechanismus, der völlig unbewusst abläuft.

00:23:29: Aber er ist halt real ne?

00:23:32: Auch hier ein Fallbeispiel aus der Praxis des Lisa, dies dreinbreißig und so die Kernaussage von ihr war.

00:23:39: und dann erzähl ich ihre Geschichte.

00:23:42: Ich weiß, dass ich ihr damit schade Und ich weiß, dass sie ihre Freunde vermisst.

00:23:48: Aber ich kann es nicht!

00:23:50: Ich kann sie da nicht reinschicken.

00:23:53: Das ist das was Lisa gesagt hat und manchmal notiere ich mir solche Sätze weil sie so ja auch typisch sind.

00:24:02: So sehr für diese Erkrankung stehen.

00:24:04: also Lisa ist rein dreißig als sie zum ersten Mal bei mir in der Praxis sitzt.

00:24:08: Sie hat eine kleine Tochter die ist vier Jahre alt nennen wir sie heute hier mal Emma Und Lisa leidet praktisch seit ihrer frühen Jugend unter Immetophobie.

00:24:18: Hat sich da aber irgendwie immer so durchgemogelt, durchgeschlängeltes ganz gut zurechtgekommen und hat ja auch ein Baby bekommen.

00:24:24: also die Emma ne?

00:24:25: Aber als Emma dann das erste Mal krank nach Hause kommt, also ein ganz normaler Magen-Darminfekt wie der halt bei Kita Kindern vorkommt Da bricht für Lisa wirklich eine Welt zusammen.

00:24:36: sie kann immer nicht pflegen Sie kann in einem selben Zimmer mit ihr sein.

00:24:43: Ja, also sie ruft dann ihren Mann an, holt ihn aus dem Büro zurück und sitzt sozusagen zittern in der Küche.

00:24:50: Und von da an beginnt halt das Vermeiden innerhalb der Familie.

00:24:54: Also wenn in der Kita ein Kind krank ist, dann bleibt er mal zu Hause.

00:24:59: Wenn Lisa nicht sicher ist ob gerade ein Virus umgeht, bleibt er immer zuhause.

00:25:05: Wenn Winter ist und generell Magen-Darmerkrankungen kursieren, bleibt man zu Hause.

00:25:10: oder hast du es dir schon gedacht manchmal?

00:25:12: Wochen lang, manchmal Monate lang.

00:25:16: Als Lisa zu mir kommt ist Emma fast seit vier Monaten nicht mehr in der Kita gewesen.

00:25:21: Nicht weil Emma krank war sondern weil Lisa Angst hatte dass Emma kranken werden könnte.

00:25:29: und Lisa ist wirklich keine schlechte Mutter.

00:25:31: sie isst eine Mutter die selbst so viel Angst hat das sie nicht anders kann.

00:25:38: Lisa ist heute in Therapie bei mir und Emma geht wieder in die Kita jeden Tag.

00:25:43: Und Lisa lernt gerade, dass ihre Tochter, dass sie ihre Tochte auch loslassen kann ohne das die Welt dabei untergeht.

00:25:51: Ja jetzt haben wir sehr tief geschaut und ich denke wir haben verstanden was Emitophobie ist und wir haben auch verstanden wie diese Zwänge entstehen.

00:26:00: Jetzt kommen wir zu dem Teil der mir persönlich auch sehr am Herzen liegt, den Teil für den ich jeden Tag aufstehe, dem Teil, der zeigt es gibt einen Weg heraus!

00:26:11: Aber und das ist mir sehr wichtig, nicht jede Therapie ist gleich.

00:26:16: Und gerade bei Emitophobie in Verbindung in Kombination mit Zwängen ist es wirklich entscheidend.

00:26:22: Gucken wir mal warum vielleicht eine klassische Therapie hier oft nicht ausreicht?

00:26:28: Also viele Betroffene die zu mir kommen haben meistens einen wirklich langen Weg hinter sich.

00:26:33: Die waren bei Hausärzten, die ihn vielleicht gesagt haben sie sollen sich nicht so anstellen.

00:26:38: Sie waren bei Therapeuten, die ihnen nicht wirklich helfen konnten.

00:26:41: Nicht weil diese Therapeutin schlechte Menschen waren sondern weil Emitophobie ein hochspezialisiertes Thema ist das in der klassischen Ausbildung halt kaum vorkommt.

00:26:52: Manche haben wirklich jahrelang klassische Gesprächstherapie gemacht.

00:26:55: sie haben ihre Kindheit gesprochen über ihre Muster und all das hat auch seinen Wert.

00:27:02: aber die Angst war trotzdem noch da Weil man über etwas sprechen kann, ohne dass sich im Unterbewusstsein etwas verändert.

00:27:14: Und Emitophobie ist halt keine rationale Angst!

00:27:17: Die sitzt nicht im Verstand.

00:27:19: Sie sitzt ganz tief nämlich im Unterbewuß sein in den Strukturen die unser Nervensystem über Jahre aufgebaut hat und deshalb kann man ja auch nicht einfach mit Vernunft begegnen Man kann sich da nicht einfach herausdenken aus einer Angst, die wirklich tief im Körper verankert ist.

00:27:37: Und das bedeutet wir müssen dorthin wo die Angst wirklich sitzt nämlich auch ins Unterbewusstsein.

00:27:46: Kommen wir mal zu meinem Ansatz also eine Kombination die wirklich wirkt.

00:27:50: in meiner Praxis da arbeite ich seit vielen Jahren mit einem Konzept dass ich ganz speziell auf diese Erkrankung ausgerichtet habe und es Kein Einheitsrezept, kein Schema F. Es ist eine Kombination aus verschiedenen Methoden die ich ganz gezielt auf die individuelle Situation meiner Patientinnen und Patienten abstimme.

00:28:12: Und ein Herzstück wenn wir das so sagen wollen dieses Ansatz es ist die Hypnose und ich weiß was jetzt manche denken Hypnoses dass nicht das mit dem Pendel schlefft man da nicht ein Macht man da nicht Dinge, die man nicht machen will?

00:28:23: Nein.

00:28:24: Das ist Bühnenhypnose.

00:28:26: Das hat mit einer therapeutischen Hypnose eigentlich so viel gemeinsam wie ein Kinderpflaster mit eine Herzoperation nämlich eigentlich nichts.

00:28:34: Therapeutische Hypnase das bedeutet wir arbeiten direkt mit dem Unterbewusstsein Wir gehen praktisch dorthin wo die Angst gespeichert wurde Wo die alten Muster sitzen Wo das Nervensystem gelernt hat auf bestimmte Reize Mit Panik zu reagieren Und wir verändern dort etwas.

00:28:53: Und zwar nicht mit Gewalt und auch nicht mit Tricks, sondern mit gezielten ganz tief wirkenden Techniken die das Gehirn einladen praktisch neue Wege zu gehen.

00:29:03: Das ist so Einbaustein und dafür muss man wissen dass eine Hypnose immer eine Form der Selbsthypnose ist.

00:29:10: Es geht nicht von außen.

00:29:12: also wenn irgendjemand sagt ich gehe da zu jemandem und er hypnotisiert mich Da wäre ich schon sehr vorsichtig Weil Hypnose ist immer eine Form der Selbsthypnose, schreibe ich auch in meinem Buch darüber wer da mal einsteigen will oder auf meiner Webseite.

00:29:27: Gibt es mehr Informationen?

00:29:28: Genau!

00:29:29: Weitere Bausteine von meinem Konzept sind gehören auch ins NLP also dieses Neuro-linguistische Programmieren.

00:29:36: Also NLP arbeitet mit der Sprache des Gehirns, also mit Musteren die unsere Wahrnehmung steuern.

00:29:42: und bei der Emetophobie gibt's halt sehr spezifische innere Überzeugungen wie zum Beispiel Erbrechen ist das Schlimmste, was mir passieren kann oder ich muss alles kontrollieren.

00:29:52: Sonst passiert etwas Schreckliches und genau diese Überzeugung können wir ganz gezielt bearbeiten.

00:29:59: Ein weiterer Baustein kommt aus dem EMDR.

00:30:03: Das ist diese Methode die ist ursprünglich für Traumabehandlung entwickelt worden Und dies deshalb so relevant weil Emitophobie ganz oft so traumatische Wurzeln hat.

00:30:15: So ein einmaliges Erlebnis, wie zum Beispiel ein heftiges Erbrechen in der Kindheit oder einen Moment der Hilflosigkeit und es kann wirklich der Ausgangspunkt für eine jahrelange Angststörung sein.

00:30:27: Und EMDR hilft halt, Erlebnisse zu verarbeiten und diesen emotionalen Stachel zu ziehen und ich verbinde das in Natrons in einer sehr speziellen Form genau die ich dafür entwickelt habe.

00:30:40: Ja, wir arbeiten auch mit EFT oder mit PEP.

00:30:44: Oder auch bekannt als Klopftechniken bei der man bestimmte Meridianpunkte am Körper stimuliert werden sich sozusagen auf belastende Gedanken konzentriert und das klingt so ungewöhnlich Das weiß ich aber die Wirkung ist bei ganz vielen Patienten wirklich verblüffend.

00:31:01: ja was noch?

00:31:03: also Ich will euch auch nicht Aber es wird so oft gefragt und deshalb also hier an dieser Stelle Was habe ich noch von Ansatz?

00:31:08: Ich arbeite auch mit Teilen aus der Ego-State Therapie und das ist ein Ansatz, der davon ausgeht dass wir alle verschiedene innere Anteile haben.

00:31:17: Also bei vielen Betroffenen gibt es ja diesen inneren Anteil der sozusagen die Kontrolle übernommen hat Der versucht alles zu sichern Alles zu managen.

00:31:24: Aber es gibt halt auch andere Anteilen Und die Ego State Therapy hilft Ja praktisch mit diesem Anteil in einen Dialog zu gehen ihnen zu verstehen und letztendlich auch zu entlasten.

00:31:37: Ja zusätzlich habe ich über all die Jahre wo ich mit dieser Erkrankung Arbeiter ein Programm entwickelt, das nennt sich Immunes.

00:31:43: Emitophobie muss nicht sein, dafür steht der Name und dieses Programm habe ich entwickelt für Menschen die zeitlich und räumlich unabhängig arbeiten wollen, von möglichen Terminen mit mir.

00:31:58: Das ist praktisch ein Hybridkurs.

00:32:00: in so eine Nutshell gesagt, das ist ein Hybridkurs.

00:32:03: Der läuft über sechs Wochen mit sechs Modulen und es ist eine Kombination aus Coaching, aus der Hypnose Therapie mit ganz vielen gezielten Übungen, ganz abgestimmt auf die individuellen Situationen.

00:32:15: Und dieses Programm kann man halt jederzeit an jedem Ort zu jeder Uhrzeit machen wie man das möchte.

00:32:22: Das läuft sechs Wochen, das bleibt sechs Monate offen dass man Dinge auch nochmal wiederholen kann.

00:32:27: Und es gibt es in persönlicher Begleitung mit mir.

00:32:30: Gibt's drei verschiedene Möglichkeiten, da schaust du am besten ohne dass ich das jetzt hier alles erzählen möchte.

00:32:36: aber am einfachsten ist, du guckst wenn dich das interessiert ins Internet und da auf meiner Webseite da siehst du eine ganz gute Übersicht wie das aufgebaut ist und wie die persönliche Begleitung mit mir in diesem Hybrid-Kurs sein kann genau.

00:32:51: Ach so!

00:32:51: Die Webseiten, die Infos findest Du unten in der Show Notes.

00:32:55: ansonsten ist das halt auch www.

00:32:57: jetzt haben wir aber genug über diese Dinge gesprochen, ich habe noch ein Fallbeispiel für dich und zwar der Tom.

00:33:12: Zweiundzwanzig Jahre und dessen Kernorsage war früher hab' ich die ganze Zeit versucht die Angst zu bekämpfen erst als ich aufgehörte.

00:33:22: aber die Angst bekämpfen erst als wir direkt ans Unterbewusstsein gegangen sind.

00:33:28: Da hat sich wirklich was verändert.

00:33:30: Wow!

00:33:31: Ja, Tom ist zweiundzwanzig Jahre alt als er zu mir kommt.

00:33:34: Er ist Student und eigentlich müsste sein Leben so gerade erst beginnen – neue Stadt, neue Menschen, neue Freiheit wie man sich das so vorstellt.

00:33:41: aber Tom lebt in seiner Wohnung praktisch wie in einem Bunker.

00:33:45: Er verlässt sie kaum die Mensa ausgeschlossen, zu viele Menschen, zu viel unkontrolliertes Essen.

00:33:51: Vorlesung besucht er leider auch nur online Und Tom hat vorher schon eine Therapie gemacht, eine klassische Verhaltenstherapie.

00:33:58: Er hat Expositionsübungen gemacht aber bei Tom hat das nicht funktioniert weil die Angst irgendwie tiefer saß als die Übungen so reichen konnten.

00:34:09: und Als wir dann beginnen auch mit Hypnose zu arbeiten und auch hier wirklich wichtig es ist immer eine Form der Selbsthypnose Passiert etwas dass Tom so beschreibt Es war als würde ich jemand einen Schalter umlegen Nicht sofort, aber nach und nach als würden die Gedanken leiser werden.

00:34:29: Ja das hat Tom gesagt und wir haben natürlich auch bei ihm mit EMDR gearbeitet weil Tom hatte als Kind ein sehr einschneidendes Erlebnis mit einem sehr schweren Erbrechen dass er im Prinzip fast vergessen hatte.

00:34:42: Fast!

00:34:43: Denn sein Unterbewusstsein vergisst nichts.

00:34:47: Und dann haben wir dieses Erlebnes praktisch verarbeitet und haben ihn einen anderen Platz in dieser Geschichte gegeben.

00:34:53: Es geht jetzt zu tief, da genau drauf einzugehen.

00:34:55: Da gibt es aber auch Podcastfolgen wo ich mit betroffenen ja wo ich betroffene Interview.

00:35:00: die darf vielleicht das ein oder andere tiefer erzählen.

00:35:03: Ja also Tom studiert heute noch und er geht in die Mensa manchmal sogar ganz spontan.

00:35:08: Das klingt vielleicht klein wenn ich das so sage Aber für Tom ist es schon ganz ganz viel.

00:35:15: Da hat er schon sehr sehr sehr viel erreicht.

00:35:17: Genau Ja Ihr Lieben wir sind am Ende dieser Folge angekommen Und ich möchte mal einen Moment selber Pause machen und innehalten, bevor ich jetzt zum Abschluss komme und selber einfach erstmal durchatmen.

00:35:32: Denn das war wirklich viel!

00:35:33: Das war intensiv.

00:35:35: Wenn du bis hierher zugehört hast dann sage ich dir Danke.

00:35:40: Danke dass du dir die Zeit genommen hast, danke dass du hingeschaut hast denn genau das ist der erste Schritt Hinschauen nicht wegschauen.

00:35:49: Nicht so tun als wäre alles in Ordnung sondern wirklich hinschau'n Ja, was wir vielleicht heute gelernt haben.

00:35:56: Also ja, Immetophobie und ich spreche da so oft rüber und gebe mir wirklich viel Mühe auf TikTok, auf Instagram im Podcast in den Büchern.

00:36:06: Immetophobia ist eine echte ernsthafte Angststörung.

00:36:10: Sie isst keine Einbildung, sie ist keine Schwäche und keine Marotte.

00:36:15: Sie ist eine Erkrankung die das Leben von Betroffenen von Innen heraus organisiert und die oft so still und unsichtbar ist, dass niemand im Umfeld wirklich versteht was gerade passiert.

00:36:29: Wir haben gesehen wie aus dieser Angst Zwänge entstehen Wie das Gehirn versucht Kontrolle zu gewinnen Und wie genau das die Angst langfristig größer macht Nicht kleiner!

00:36:43: Wir haben Sarah kennengelernt die ihren Job aufgegeben hat Markus der seine Nächte vor dem Bildschirm verbracht hat Lisa, die ihre Tochter monatelang nicht in die Kita gebracht hat und Tom, der gelernt hat dass der Weg durch die Angst nicht über Kampf geht sondern über das Loslassen.

00:37:03: Ja was ist meine Botschaft an dich?

00:37:04: Und jetzt möchte ich wirklich direkt mit dir sprechen!

00:37:07: Mit dir persönlich.

00:37:09: Vielleicht bist du selbst betroffen vielleicht hörst du das ja hier und denkst Das bin ich, das mein Leben Und vielleicht hast du das noch nie so klar ausgedruckt gehört.

00:37:21: Vielleicht weißt du jetzt zum ersten Mal, dass das was Du erlebst einen Namen hat.

00:37:26: und dann sage ich dir, du bist nicht verrückt!

00:37:28: Du bist nicht schwach und du bist niet allein weil das was du erlebst ist das Erleben Tausende von Menschen jeden Tag in stillen Wohnungen hinter funktionierenden Fassaden mit einem Lächeln nach außen und mit einem Sturm im Inneren und du bis nicht der einzige Mensch der so fühlt und du musst nicht der einzige Mensch bleiben, der so leidet.

00:37:51: Vielleicht bist du ein Elternteil?

00:37:54: Vielleicht erkennst du in dem was ich heute beschrieben habe dein Kind oder du erkennest dich selbst Und merkst es deine eigene Angst längst begonnen hat das Leben deines Kindes zu beeinflussen.

00:38:07: Das ist kein Grund zur Scham!

00:38:09: Das ist wirklich ein Grund zum Handeln.

00:38:12: vielleicht bist Du ein Partner Geschwister Freund oder Freundin von jemanden der betroffen ist Und vielleicht verstehst du jetzt ein bisschen besser, was in diesem Menschen vorgeht und was hinter dem Vermeiden steckt.

00:38:25: Was hinter dem Rückzug steckt!

00:38:28: Für euch alle gilt Hilfe ist möglich, Veränderung ist möglich.

00:38:32: Ein Leben ohne diese Angst oder zumindest mit deutlich weniger davon – das ist möglich und ich habe das in meiner Praxis wirklich hunderte Tausende Male erlebt.

00:38:44: Wenn Du das Gefühl hast dass das heute gehörte Dich anspricht dann melde dich bei mir.

00:38:50: Alle Infos findest du wie immer in den Shownotes, besuch mich wo immer du möchtest auf allen

00:38:57: Kanälen.".

00:38:58: Ja das war die heutige Folge von Leben ohne Angst und ich hoffe von Herzen dass sie dir etwas gegeben hat ein Gedanken eine Erkenntnis vielleicht einen kleinen Funken Hoffnung!

00:39:08: Und ich möchte darauf hinweisen es kommt gleich noch der Bonus Track ganz wichtig mit einer kleinen Übung.

00:39:14: aber wenn dir die Folge gefallen hat dann teil sie bitte auch.

00:39:17: schickst du jemanden, dem sie helfen könnte.

00:39:20: Und bewerte bitte den Podcast.

00:39:21: das hilft ganz enorm dabei noch mehr Menschen zu erreichen die diese Inhalte brauchen!

00:39:27: Also und jetzt freu dich gleich auf dem Bonus Track.

00:39:29: ich sage alles Gute und alles Liebe bis dahin deine Martina.

00:39:33: Tschüss!

00:39:40: Es kommt so eine ganz kleine, ich habe ja mehrfach von Hypnose gesprochen und das Hypnase immer eine Form einer Selbsthypnose ist.

00:39:47: Und genau das machen wir jetzt gleich wenn du magst!

00:39:50: Eine kleine Hypnese bei Zwangsgedanken Ja mach es dir für einen Moment bequem.

00:39:59: Du musst jetzt nichts leisten Nichts kontrollieren Nichts lösen.

00:40:06: Erlaube dir einfach Für diese wenigen Minuten hier zu sein Und während du atmest, ganz ruhig darf dein Körper beginnen ein wenig weicher zu werden.

00:40:21: Vielleicht spürst du den Kontakt zum Boden, zum Stuhl, zum Bett oder Sofa und mit jedem Atemzug darf etwas in dir verstehen.

00:40:36: Du bist nicht deine Gedanken Gedanken kommen Gedanken gehen auch die unangenehm Auch die lauten auch die Beängstigen.

00:40:54: Du musst nicht auf jeden Gedanken reagieren, vielleicht kennst du dieses Gefühl dass dein Kopf ständig Alarm schlagen möchte.

00:41:03: ich kontrolliere das denke darüber nach prüfe es noch einmal.

00:41:09: doch genau jetzt darfst du innerlich einen kleinen Schritt zurück treten.

00:41:15: stell dir vor wie deine Gedanken ziehen.

00:41:19: wir wolken am Himmel vorbei manche hell Manche dunkel, aber keine Wolke bleibt für immer.

00:41:28: Und auch ein zwangsgedanke ist letztlich nur ein Gedanke!

00:41:33: Keine Wahrheit, keine Vorhersage, keine Gefahr.

00:41:39: Für im Leicht bemerkst du gerade einen kleinen Abstand zwischen dir und deinem Denken.

00:41:46: Du beobachtest – aber du musst nicht kämpfen.

00:41:51: Und während du weiter atmes darf dein Nervensystem langsam lernen.

00:41:57: Ich bin sicher auch ohne Kontrolle, auch ohne das ständige Überprüfen.

00:42:04: Ruhe entsteht nicht dadurch dass man jeden Gedanken löst sondern dadurch ist man lernt Gedanken kommen und gehen zu lassen.

00:42:18: vielleicht entsteht jetzt irgendwo in dir ein kleines Gefühl von Freiheit.

00:42:22: nur ein wenig Das reicht völlig Und jedes mal wenn du aufhörst gegen einen Gedanken anzukämpfen wird dein System ein kleines bisschen ruhiger.

00:42:34: Du darfst loslassen, du darfst vertrauen, darfst wieder atmen und vielleicht nimmst du jetzt noch einen etwas tieferen Atemzug und du spürst – du bist mehr als deine Angst, mehr als deiner Zwänge, mehr wie dein Gedankenkarussell!

00:43:00: Und genau hier beginnt die Veränderung.

00:43:41: Vielen Dank fürs Zuhören.

00:43:42: Wir hoffen, diese Folge konnte dir helfen!

00:43:45: Wenn du Fragen, Feedback oder Themenvorschläge hast, schicke uns gerne eine Mail an me-at-fmat-coaching.de.

00:43:53: Ebenso würden wir uns sehr darüber freuen, wer du den Podcast abonnierst und eine kurze Bewertung hinterlässt.

00:44:00: Danke und bis bald!

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